Was ist Dumm?
Wenn man den gleichen Fehler zweimal macht. Schlimmer noch, dass man aus der jüngeren und älteren Geschichte nicht gelernt zu haben scheint:

Gemeinsame Sache: TU Ilmenau und die Burschenschaft Baltia Gotia
Auch dieses Jahr wieder lässt es der StuRa zu, dass seine Erstsemesterwoche von einer nationalistischen Studenteverbindung - sprich einer Burschenschaft - gesponsort wird.
Neben Rektorat haben die anderen studentischen Vereine erneut auf ganzer Linie versagt.
Neben offener Neonazi-Hetze in dieser Stadt, der Vertuschung der Schändung des jüdischen Denkmals in der Stadtmitte, scheint man in Ilmenau noch immer nicht in der demokratischen Neuzeit angekommen. Zur Erinnerung hier noch einmal, wie andere Unis und Intellektuelle mit solchen Burschenschaften umgehen:
“Ehre, Freiheit, Vaterland! - Burschenschaften als Refugium für intellektuelle Rechtsextremisten” (Bundeszentrale für politische Bildung )
“Entsprechend brach auch in den Burschenschaften schon früh ein virulenter Antisemitismus durch.” (Burschenschaften und Studentenverbindungen - Eine Handreichung zu Struktur und Hintergründen)
Verbindungsstudenten sind ein Haufen von verhetzten, irregeleiteten, versoffenen, farbentragenden jungen Deutschen!
Kurt Tucholsky

“Wehe den Juden” (Ausruf der Burschenschafter während der Bücherverbrennung auf dem Wartburgfest)
“Auf der Wartburg hingegen herrschte jener unbeschränkte Teutomanismus, der viel von Liebe und Glaube greinte, dessen Liebe aber nichts anderes war als Hass des Fremden und dessen Glaube nur in der Unvernunft bestand, und der in seiner Unwissenheit nichts Besseres zu erfinden wußte, als Bücher zu verbrennen” (Heinrich Heine über Burschenschaften).
“In den 30er Jahren fungierten Burschenschaftler als Begünstiger des faschistischen Regimes - nicht zuletzt durch ihr Überwechseln in den NSDStB, den nationalsozialistischen deutschen Studentenbund. Teil des Widerstands, wie oft behauptet, waren sie nicht” (taz, 2002.)
„Wir wollen auch weiterhin national gesinnte Menschen in alle führenden Berufe unserer Gesellschaft entsenden.“
(Manfred Kanther, Corps Guestphalia et Suevoborussia Marburg, 1990).
“Für zahlreiche Studentenverbindungen, insbesondere Burschenschaften, ist völkisches Denken ein zentrales Element ihrer Ideologie. (…) unter den Burschenschaften finden sich Einzelverbindungen, die über gute Kontakte zur radikalen Rechten verfügen.” (Antifa Freiburg).
“zum Semester-Anfang suchen Burschenschaften Nachwuchs” (WAZ, 15.4.2000).
“Fast alle führenden Nazikader (z.B. Fritz Hippler, Heinrich Himmler, Rudolf Heß, Baldur von Schirach u.a.) waren ebenfalls Korporierte.Die verbindungsstudentische Ideologie aus Elitebewußtsein und Seilschaften, militanten Deutschnationalismus, mehr oder weniger deutlich erkennbarem Rassismus und fundamentaler Frauenfeindlichkeit findet sich allerdings ausnahmslos in allen Korporationsverbänden” (Rhein Ruhr Universität).
” (…) zeigt sich, dass schon mit der Gründung der ersten Burschenschaften ein völkisch-nationalistisches Denken Wirkung entfaltete, welches sich bis heute wie ein roter Faden durch die Geschichte des deutschen Verbindungswesens zieht; entgegen der bis heute verbreiteten Vorstellung, alle studentischen Verbindungen seien zumindest in ihren Anfängen, liberale, demokratische Freiheitskämpfer gewesen” (Politik und Kultur).
“(…) wird deutlich, dass der Rassenantisemitismus schon lange vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 nicht nur ind er Deutschen Burschenschaft, sondern bei den meisten anderen Korporationsverbänden verwurzelt war” (Burschenschaft und Antisemitismus).
“Schon immer galt in der völkischen Ideologie das Judentum nicht als Religion, sondern als »Volk«. Entsprechend brach auch
in den Burschenschaften schon früh ein virulenter Antisemitismus durch” (Burschenschaften und Studentenverbindungen).
“(…) aufgrund der Verstrickung der Studenentenbünde mit den Nazis hat der Senat der Eberhard-Karls-Universität 1949 (…) (selbige) auf dem Campus untersagt.” (14. Fachschaftsräte VV).

“Um Rechtsextremismus wieder hoffähig zu machen, muss rechtsextremes Gedankengut auch im intellektuellen Milleu verankert werden. Burschenschaften und rechte Verbindungen an Universitäten nehmen in diesem Konzept eine Schlüsselfunktion ein” (AStA Uni Hamburg).
Alexandra Kurth (Marburger Projekt “Konservatismus und Wissenschaft”) spricht über Verbindungen und Burschenschaften als Think Tanks rechter Ideologie und Verbindungsglieder zwischen Konservatismus und Faschismus (Uni Tübingen).
“Auch wenn Korporationen stets als Freundschaftsbünde verharmlost werden, bekennen sich darin angehende Akademiker, die künftigen Stützen der Gesellschaft also, zu hierarchischen, antidemokratischen Strukturen, nationalistischem und rassistischem Gedankengut und einer biologistisch abgeleiteten elitären Grundposition” (taz, 2002).
“Das wichtigste Bindeglied zwischen der faschistischen Bewegung und mächtigen Kreisen aus Wirtschaft und Politik sind in Österreich und Deutschland die deutschnationalen Burschenschaften” (derFunke)
“Viele Burschenschafter übernahmen sogar Führungsrollen innerhalb der SA und SS” (sozialismus.net).
“Aufgabe einer demokratisch-humanistischen studentischen Interessenvertretung muß es sein, diesen antidemokratisch-reaktionären Positionen mit allen gegebenen Mitteln entgegenzutreten” (Studentenvertreter der Uni Hamburg).

“Nach einer Statistik, die den rapiden Zulauf zu Burschenschaften seit 1995 attestiert, formulieren die Autoren die Position des Asta. Sie fordern Engagement statt Gleichgültigkeit” (Asta Uni Hamburg).
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8 Responses to “Was ist Dumm?”
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Vor kurzem war auch ein Treff der deutschen Burschenschaftler auf der Wartburg. Freunde von mir, Internatler einer benachbarten katholischen Privatschule, sind mit ihrem Haus bzw. der Obersekunda in strenger Kluft hingefahren.
Angesprochen auf die schon rechte Traditionen kommt als Antwort nur ” das ist doch alles nur Geschwätz”
Vielleicht sollte man da mal ein bisschen früher aufklären, bevor die jungen Leute in etwas hineingeraten!
Ich find dein Engagement, Ursache hin oder her, gut und ich bewundere dich, dass du dem Thema fortwährend soviel Platz auf deinem Blog einräumst nur frage ich mich, ob du selbst das Gefühl hast, dass du damit wirklich etwas (nicht nur, aber v.a. in Ilmenau) erreichst?
Wenn man randalierende und “Hitler grüßende” Neonazis in Ilmenau toleriert bzw. denen wenig, um nicht zu sagen gar keine Aufmerksamtkeit beimisst, dann wird sich auch keiner mit der Burschenschaft auseinandersetzen die feucht-fröhliche Partys ermöglicht.
das ist doch alles alter käse.
Es ist echt unglaublich! Ich hab’s hier auch schon mitbekommen und die haben wirklich nichts gelernt. Es ist deshalb eben nicht alter Käse, weil der Stura wohl von jedem Geld nimmt.
Immer noch keinen Job Timo? Eines muss man dir zugute halten: Du glaubst sogar den Scheiß den du hier schreibst. Ich bin zwar kein Aktiver, kenne aber genug Ärzte und Anwälte die in der Aktivitas bei zwei verschiedenen Burschenschaften sind. Keiner von denen hat rechte Ideologien, es ist ein Unterschied ob man konservative Ansichten vertritt, oder tumbe Parolen reisst. Nimms mir nicht übel, aber deine Argumente sind nicht nur einfältig, sondern auch unglaublich dummdreist.
der unterschied zwischen konservativen ansichten in burschenschaften und “tumben parolen” bei neonaziskins ist, dass die einen die elite bilden und die anderen den pöbel. wie bei jeder faschistoiden ideologie. achja. und falls sich noch keine diplomarbeit über rechtsradikalismus in burschenschaften findet, die die these unterstützt, dass diese argumente nicht “unglaublich dummdreist” und “einfältig” sind, weiß ich ja schon, worüber ich meine ba-arbeit schreibe…
Einen Timo gibt’s hier nicht. Arbeit jedoch umso mehr!
doch, alles alter käse.