Geschichte.

April 18th, 2007

“Josef Mengele studierte Anthropologie und Medizin mit Schwerpunkt Genetik. Zu seinen zahlreichen Publikationen gehörte das Werk ,Zur Vererbung der Ohrfisteln’. Josef Mengele praktizierte vom 30. Mai 1943 an am Klinik-Zentrum Auschwitz. Josef Mengele ist schicksalhaft in eine Situation hineingeraten. Josef Mengele war Gegner des NS-Regimes. Später musste er zurücktreten. Er starb in Brasilien. In diesem Zusammenhang will ich meine Geschichtsstunde mit den Worten eines großen baden-württembergischen Staatsmannes beenden: Was damals Forschung war, kann heute keine Unmenschlichkeit sein.”

taz

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6 Responses to “Geschichte.”

  1. Jan on April 18, 2007 8:56

    Es ist erstaunlich, wie sich in Fällen wie diesen in unserer Republik immer wieder alle in der großen Sturm der Entrüstung einreihen. Da brechen allerorten die Emotionen los und alle sagen (im aktuellen Fall): “Herr Oettinger, wie kann man nur?” oder “Dieser Herr Oe. ist nicht mehr tragbar für das Land, den Bund und für die Partei”.

    Klar, Oettinger hat einen riesigen Fehler gemacht. 1995 stellte der Bundesgerichtshof fest, bei der NS-Militärjustiz habe es sich um „Terrorjustiz“ gehandelt. NS-Militärrichter, die ihre Laufbahn in der Bundesrepublik fortgesetzt hatten, bezeichnete er als „Blutrichter“, die sich eigentlich „wegen Rechtsbeugung in Tateinheit mit Kapitalverbrechen hätten verantworten müssen“. Nur dass jetzt alle so auf Herrn Oe. rumhacken, lenkt davon ab, dass die Vergangenheit des Herrn F. bis vor kurzem irgendwie niemanden interessiert hat.

    Filbinger hatte in dem jüdischen Rechtsgelehrten Professor Dr. Ernst Hirsch einen großen Fürsprecher. Hirsch sagte über Filbinger: „Es fehlt der Geist des Emile Zola, der das Unrecht, das man [Filbinger] angetan hat, auf die Gassen schreit.“

    Filbinger war insgesamt siebenmal (1959, 1969, 1974, 1979, 1994, 1999 und 2004) Wahlmann in der Bundesversammlung, die ja bekanntlich unseren Bundespräsidenten wählt. Was ist denn die größere Ehre? Die Grabrede eines Ministerpräsidenten oder das Privileg, an der Wahl unseres Staatsoberhauptes teilzunehmen? Warum haben nicht alle anderen Wahlfrauen und -Männer die Bundesversammlund 2004 boykottiert?

    Die aktuelle Diskussion ist von so einem Maß an Unwissen und Scheinheiligkeit gekennzeichnet, so dass ich denke, niemand ist wirklich ernsthaft bestürzt über Herrn Oe. — es geht nur darum, dass sich die Leute jetzt auf seine Kosten profilieren wollen.

    (Quelle)

  2. Herr S. on April 18, 2007 9:40

    interessant - ich geb dir recht.

    und irgendwann wird man das auch über bruschenschaften sagen …

  3. Jan on April 18, 2007 9:43

    Was wird man über sie sagen?

  4. Herr S. on April 18, 2007 10:13

    in etwa:

    was, die waren in der studentenvertretung aktiv?
    was, die liefen bei der immaktrikulationsfeier zusammen mit dem unisenat ein?
    was, die wurden vom rektor gedeckt?

  5. Paul on April 18, 2007 13:52

    Ich kann mich nur meinem Vorredner, Jan, anschließen.
    Die breite reflexartige Bestürzung über derartige Skandale ist symptomatisch für das Deutsche Regime um Schwarz/Rot, oder?

  6. Jan on April 18, 2007 15:28

    Ich bezog mich nicht nur auf Schwarz/Rot, sondern auf alle Parteien, die Vertreter in die Bundesversammlung 2004 geschickt haben:

    CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, PDS, SSW, DVU

    Schande über Euch! Ihr wart alle nur scharf auf das Buffet, Herr Filbinger schien niemanden zu interessieren.

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