Umzug. Oder so.

November 27th, 2008

So, nach 6 Tagen wieder online. Der Entzug fiel gar nicht so schwer wie gedacht … was wohl auch daran lag, dass ich die vergangen Tage fast rund um die Uhr zu tun hatte. Umzug nach Kreuzberg, eigene Wohnung, IKEA, Einrichtung, Möbel, Transport und sowas halt …

Als IKEA-Victim war der Gang zum Schweden-Tempel obligatorisch. Der Großteil der Möbel kam jedoch aus Düsseldorf - restauriert und gestaltet in der familieneigenen Möbel-Werkstatt. Neben der nordisch nüchternen Ikea-Einrichtung zieren meinen Arbeitsplatz nun eine alte und schön lange Werkbank, die Küche alte Stühle, ein Tisch und Regal im Landhausstil, sowie im Wohnzimmer ein Tisch aus einer alten Tür mit Glas obendrauf (all’ das und mehr kann man bei uns auch käuflich werben^^):

Für den Transport kann ich allen, die demnächst umziehen oder Sonstiges zu transportieren haben, kltransporte.de empfehlen: günstig, schnell und unbürokratisch habe ich mit dem Chef Herr Lam per Mail und Telefon den Transport Düsseldorf - Berlin organisiert. Kltransporte fahren bundes- und europaweit. Manchmal sind es Leerfahrten, wo man günstig seine 7 Sachen mitschicken kann - Details und Fahrpläne auf der Webseite.

Best of Budapest Marathon: Bilder, Pics, Fotos.

October 21st, 2008

Der Bericht zu den Bildern - Budapest Marathon Erfahrungsbericht.

Budapest Marathon - Erfahrungsbericht.

October 18th, 2008

So, nun endlich sind die Teile 1, 2 und 3 fertig geschrieben und können hintereinanderweg gelesen werden …(ja, mit dem 1. anfangen und mit dem 3. aufhören) ^^

Teil 1: The Arrival
Teil 2: The Weather
Teil 3: The Race


One day before: Testing the Straßenbelag.

Ein Fazit, Best-of Bilder und ein Wlan-Café Bericht aus Budapest folgen dann noch … ;)

Budapest Marathon - Report 3/3: The Race.

October 17th, 2008

lies zuerst Teil 1: The Arrival und Teil 2: The Weather.

6:18 Uhr. Der Wecker klingelt. Zwei vielleicht drei Stunden Schlaf. Wie die Tage davor. Egal, das Adrenalin in den Adern lässt mich ab 6:19 Uhr hellwach sein. Das Wetter? Wird sonnig, aber kalt. Sehr kalt. 13° maximal werden im Laufe des Tages vorhergesagt. Immerhin kein Regen. Die Positiven Dingen zählen jetzt. Meine Zielzeit ist jetzt unwichtig, was zählt ist das Durchkommen - bei den Vorraussetzungen (siehe Teil 1 und 2) fast ein Wunder.


Ungewhöhnlich für Budapest: Kalt und Windig.

Mental bin ich stark - so stark, dass mich auch mich auch eine weitere Hiobsbotschaft - DIE Hiobsbotschaft schlechthin - nicht aus der Bahn wirft: Ich entdecke beim Anziehen meiner Schuhe im Hotel, dass die Innensole des rechtes Schuhs sich abrollen und auf meine rechte Ferse drücken wird. Ich kann die Sole runterdrücken und auf das Beste hoffen. Dabei entdecke ich, das selbiger Schuh vorne ein Loch hat, gerissen ist. Die linke Seite meines rechten Fußballens wird dadurch an hartem Plastik (Bild: hellblau innerhalb des Lochs) reiben.


Klar, warum nicht das auch noch: Riss auf der Innenseite der Asics.

Nach kilometerlangen Irrgängen durch Budapest in den vorherigen Tagen, schlaflosen Nächten, nass-kaltem Wetter, schmerzend krampfenden Beinen und nun auch noch kaputten Schuhen, wäre jetzt der Zeitpunkt gewesen hinzuschmeißen. Jeder hätte das verstanden.

Jeder. Außer mein Ego.
Umso schwieriger die Umstände, desto stärker mein Wille: Ich bin schon bei starkem Regen 30km gelaufen. Halbmarathons ohne Trinken. Solche Erfahrungen helfen. Bauen auf. Ich liebe Herausforderungen. Jetzt erst recht, denk ich mir!


Tino: 4660.

7:00 Uhr. Der Zimmerservice bringt das Frühstück. Leicht: 1 Brötchen mit Honig (Schwester und Vater nehmen Marmelade). Eine Banane. Kohlenhydrate. Optimismus, ja Heiterkeit (oder Galgenhumor?) machen sich im Apartment der Fam. S. breit. In 7h sei ja alles vorbei. Positiv denken.

Am Vorabend haben wir die Startnummern schon angebracht und unsere Sachen gepackt. So verlaufen die letzten Vorbereitungen am Morgen ruhig und konzentriert: Eincremen, Trinken, Rennstrecke durchgehen. Durchatmen. Dumme Bilder machen:


Galgenhumor: Schlimmer kann’s nicht mehr kommen.

8:30 Uhr. Diesmal fährt die Metro. Der Start ist ebenfalls, wie das Race Center, am Heldenplatz im Nordosten Budapests. Es ist kalt draußen - erste Gedanken, dass ich erstmals einen Marathon mit Jacke laufen müsse, beginnen sich sich zwischen Adrenalin und Endorphin ihren Weg von Klein- ins Großhirn zu bahnen. Trainiert hatte ich im Sommer nie mit Jacke (logisch) - noch in der Umkleide wäge ich ab. Und kann mich vorerst nicht entscheiden. Entweder ist es zu kühl und ich werde nicht richtig warm. Oder es wird auf die Dauer zu warm, ich schwitze und verliere dementsprechend zu viel Flüssigkeit. Außerdem bremst die Jacke.


Start am Heldenplatz.

30 min. bis zum Start. Ich habe mich noch nicht entschieden. Die Zeit drängt. Es wird hektisch. Ich verlasse die Umkleiden und gehe kurz raus - teste das Wetter ohne Jacke. 11/12 Grad maximal. Etwas Sonne. Bewölkt. Wir werden den größten Teil entlang der Donau laufen. Da wird’s windig.


Umkleide: Anspannung und Vorfreude

20 min. vor dem Start. Ich muss eine Entscheidung treffen, die für mich den Marathon entscheiden kann. Ich entscheide mich 15 min. vor dem Start für die Jacke. Es sollte die richtige Entscheidung werden …

Als mittlerweile etwas erfahrener Marathoni stelle ich mich erst 1 min. vor Start in die Startreihe auf. Bis dahin nutze ich die Zeit, mich warmzulaufen und noch ein letztes Mal und noch ein allerletztes und noch ein allerallerletztes Mal zur Toilette zu gehen. Jungs haben’s ja leicht.

Die mangeldende Erholung und der Stress der vergangen Tage zeigen gleich nach Überqueren der Startlinie ihre Folgen. Mein Plus rast bei 165, wo er normalerweise bei 145 sein sollte. Meine Oberschenkel schmerzen ab dem 1. Kilometer so, wie sonst ab dem 30. Ich laufe rational. Versuche den Puls zu drücken, was mir aber nur schwer gelingt. Erstaunlicher weise liege ich nach den ersten Kilometern in einer guten 3:45h Zeit. Ich drossel das Tempo etwas, weil ich Angst habe, meine Oberschenkel blockieren jeden Moment - und dann war’s das. Die ersten 10 km laufe ich in 56 min. Gerade einmal 2min langsamer als für die 3:45 h Zeit. Wenn ich so weiterlaufe, schaffe ich noch die 4h. Das wäre ein Wunder.


Entlang der Donau wird’s windig.

Erste intensivere Sonnenstrahlen bringen mich zum schwitzen. War das mit der Jacke die richtige Entscheidung? Aber im Schatten zwischen den Häuserbuchten in Budapests Zentrum ist es kühl und spätestens an der Donau und über den Brücken weiß ich, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Im Laufe des Rennens werde ich die Jacke nie mehr als ein paar Zentimeter öffnen.

Ich werde überholt. Reihenweise. Ein Anfänger lässt sich davon anstecken und versucht mitzuhalten. Ich laufe konstant meine Zeit. Kein Risiko. Taktisch und rational. Ich sehe jene Überholer sowieso wieder - ab Kilometer 25.


Wer sich zu früh verausgabt, den sammelt der Besenwagen ein.

Suche den Windschatten im Feld, wenn wir über die Brücken laufen. Gegenwind pfeift und bremst. Die Anstiege an den Brücken sind steiler als gedacht. Puls bei 172. Kostet Kraft und Zeit. Meine Beine sind nicht ausgeruht - das merke ich. Ich muss aufpassen. Eine Läuferin läuft mein Tempo. Eine gute Orientierung. Wir ziehen uns gegenseitig. Irgendwann fällt sie hinter mir zurück. Ich sehe sie nicht mehr.

15. Kilometer, 1:24:25 h, Durchnittsplus bei 159. Es läuft besser als gedacht. - trotz starkem Wind, wenig Schlaf und der Anstiege. Aber nichts riskieren. Ich weiß, dass ein Marathon erst ab Kilometer 32 beginnt. Da trennt sich die Spreu vom Weizen.


Kilometer 16: Radfahrer mitten auf der Strecke.

Die Strecke ist - seien wir ehrlich - mies. Und reiht sich somit nahtlos in jenes Organisationschaos (Metro gechlossen, Demonstration etc.) ein. Aber mich schockt jetzt nichts mehr: Keine Blueline (Ideallinie) auf der Straße. Man weiß zum Teil nicht wo es lang geht. Wegen Bauarbeiten wurde die Marathonstrecke kurzfristig umgelegt: Statt auf beiden Donauseiten laufen wir nur auf einer Seite - dafür bis zu 4 mal die gleiche Strecke hin und her. Das ist äußerst demotivierend und langweilig. Im entfernten Nirgendwo - irgendwo im Industriegebiet dann der Halbmarathon 21,1km - gefolgt von einer Spitzkehre, von denen es im Verlauf des Rennens noch viele weitere geben sollte: Abbremsen und Beschleunigen - und das Ganze zurück. Horror.


Von 100 auf 0: Eine von vielen Spitzkurven im Nirgendwo.

Die Zeit bei 21,1 km - 1:58 h. 4 Stunden seien also machbar. Ich laufe weiter, halte mein Tempo. Die ersten werden langsamer, und so manch Einen hat man bereits zu Beginn schon einmal gesehen …

Auf der anderen Straßenseite kommt mein Vater entgegen, er liegt c.a. 25 min hinter mir - ich wechsel kurz die Straßenseite und klatsche ab. Sein erster Marathon. Motivation.


Gerd Seeber: First Marathon.

Ein zu kaltes Wasser und womöglich ein falscher Schluck lassen mein rechtes Zwerchfell bei Kilometer 26 extrem schmerzen. Wie Seitenstecken, nur weiter vorne und anders irgendwie … Ich laufe etwas gebäugt, das hilft gegen den Schmerz. Im Laufe des Rennens sollte ich den Schmerz vergessen - in den Tagen danach jedoch nicht mehr.

Kilometer 30. Das Feld lichtet sich und ich überhole einem nach dem anderen. Ich habe das Gefühl sogar schneller zu werden. Bei konstantem Puls (159). Ich orientiere mich an einem ungarischen Ehepaar - wir ziehen uns und geben uns abwechselnd Windschatten. Irgendwann folgen sie mir nicht mehr.

Auf den Brücken und in der Innenstadt wurde der Verkehr nicht abgesperrt, wir laufen zwischen den Autos. Abgase, Gegenverkehr und Straßenlöcher stellte da noch die geringste Gefahr. Private Begleiter, dicke Ehefrauen und sonstige Motivatoren begleiteten ihre Schützlinge per Fahrrad oder Moped - und behindern die anderen. Nicht selten muss man abbremsen und ausweichen, weil der dicke Hintern auf dem Rad die Steigung über die Brücken nicht schafft. Und gleich nebenan der Gegenverkehr. Es gibt schönere Marathons.


Eine Marathonstrecke sieht anders aus …

Aber das alles ist mir egal. Ich liege auf 4h Kurs. Euphorie macht sich breit. Aber ich bleibe bescheiden. Ich habe mein Rennen bisher taktisch und sehr rational eingeteilt und noch jede Menge Kraft. Das massenweise auf- und überholen der anderen trägt sein Übriges bei: Motivation pur. Jedoch können meine seit Kilometer 1 stets schmerzenden Oberschenkel jeden Moment zumachen. Also nichts riskieren, auch wenn Kraft und Ausdauer für ein höheres Tempo reichen sollten. Das Ding sauber und sicher nach Hause fahren war die Devise. Ein Wunder sowieso.

Kilometer 32. Der Mann mit dem Hammer kommt nicht. Ich hatte ihn bei meinen ersten beiden Marathons in Köln und Berlin jedesmal erlebt. Bumm, ab Kilometer 32 geht nichts mehr. Du stehst dann da und denkst dir, wieso mach’ ich diesen Scheiß hier eigentlich? Man fällt in ein physisches wie psychisches Loch. Ganz tief. Und da ist niemand. Nur du und die restlichen beschissen Kilometer bis zu Ziel.

Jede Menge lange Trainingsläufe um die 30 km in Potsdam und um den Wannsee rum haben mich mental und körperlich auf den Mann mit dem Hammer vorbereitet. An dieser Stelle noch einmal der ausdrückliche Dank an meinen Cousin Marcus, der jene 30 km Läufe mit Fahrrad, Bananen und Wasser bei Wind und Wetter begleitete. Ohne ihn wäre das Training so nicht möglich gewesen.


Vorbereitung: 30 km Läufe in Potsdam und Wannsee.

Der Hammer bleibt also aus. Viele nehmen jetzt Abkürzungen über die Bürgersteige, schneiden die Kurven. Die können nicht mehr und nehmen jede Abkürzung der Strecke dankbar auf. Oder sie wollen ihre Zeiten unrühmlich verbessern. Für mein Ego undenkbar. Vielleicht 3:59 h laufen und dafür heimlich abgekürzt sein? Never! Ich laufe als Einziger meines Feldes die ganzen Kurven. Ich habe die Kraft. Und ich zeige sie.

Die Kilometer in den 30zigern verrauschen, ohne dass ich sie bewusst wahrnehme. Auch das ungarische Ehepaar lässt nun abreisen. Erst ab Kilometer 39 werde ich wieder wach. Ein letzter steiler Brückenanstieg in der Innenstadt lässt nun geschehen, was ich seit dem ersten Kilometer befürchtet habe … Mein linker Oberschenkel verkrampft. Ich überlege, was ich mache. Weiterlaufen und es versuchen so bis ins Ziel zu schaffen und dabei riskieren, dass er ganz zumacht und nichts mehr geht? Oder kurz anhalten und dehnen? Ich versuche es noch einige hundert Meter, es wird nicht besser - eher schlimmer. Das Risiko ist zu hoch. Ich bleibe kurz stehen, keine 10 Sekunden - dehne den linken Oberschenkel und laufe weiter. Ich erinnere mich nicht mehr, ob der Anlauf bei Kilometer 39 schwierig war. Zu sehr war ich mit dem Schmerz beschäftigt, der auch nach dem Dehnen nicht nachlassen sollte. Vorerst.

3:50 h. Kilometer 40. Ich kann gar nicht glauben, dass es schon vorbei ist. Die ganze Zeit war ich so in Gedanken, dass mir die 40 jetzt sehr früh vorkommt. Bin ich etwa schon da? Ich habe noch so viel Kraft, dass ich jetzt mit dem Sprint beginnen könnte. 10 min. für 2 km sollten drin sein. Ich warte aber lieber aufgrund des Oberschenkels noch einen Kilometer - sicher ist sicher.

Der Krampf lässt nach - oder ich ignoriere ihn jetzt einfach nur noch. Ich sehe das vorletzte Schild: 41 km. Ein roter letzter Kilometer Bogen fehlt freilich - wer hätte diesen Standard hier noch erwartet? Egal. Ich bin auf Bestzeitkurs.

Ich versuche im Laufen meine Laufjacke auszuziehen. Das dauert etwas. Lege sie zusammen halte sie in der rechten Hand. Ich weiß, dass jetzt noch einmal auf dem letzten Kilometer 8 scharfe Kurven folgen, ich das Ziel also nicht sehen werde. Nicht gerade motivierend.

Ich sprinte. Die Kurven sind so spitz, dass man jedesmal abbremsen muss. Und ich sehe kein Ziel. Mein Herz schlägt jetzt 183 mal in der Minute. Knapp unter meiner anaeroben Schwelle, wo die Muskeln beginnen zu übersäuern. Lange halte ich den Sprint bei Kilometer 42 nicht mehr aus. Und ich sehe immer noch kein Ziel.

Viele sprinten jetzt. Ich überhole sie alle und genieße es. Dann die letzte sehr spitze Rechtskurve (circa 110°) - ich sehe das Ziel. Noch 200m. Meine Uhr piept bei 4h. Ich werde leicht drüber liegen. Aber das ist mir jetzt egal. Bei den ganzen widrigen Umständen ist es mein ganz persönliches Wunder, dass ich diesen Marathon bestehe und dabei noch diese Zeit laufe. 100m. Ich habe Freudetränen in den Augen.

Ich überquere die Ziellinie.


Endlich im Ziel: 3. Marathon. 3. Bestzeit (4:02:30).

Budapest Marathon - Report 2/3: The Weather.

October 12th, 2008

lies zuerst Teil 1: The Arrival.

Der wichtigste Schlaf vor einem Marathon ist jener in der zweiten Nacht davor. Kaum verwunderlich, dass ich nach all dem in selbiger so gut wie nicht geschlafen habe. Auf ganze 2h im Morgengrauen bin ich gekommen.

Am nächsten Tag waren die Beine schwer - Krämpfe in den Waden und Oberschenkeln wechselten sich ab. Stress, zu viel unterwegs. Worst Case. Allein, dass es meinem Vater ähnlich ging, konnte mich ein wenig trösten.


Kalt, windig, nass - was will man mehr?

Aber es sollte noch schlimmer kommen. 24h vor dem Marathonstart war es kalt und regnerisch in Budapest. Und windig! Noch dazu wurde das Zentrum weitläufig abgesperrt.

Und wenn ich weitläufig schreibe, dann meine ich das auch so. Die Metro, welche uns zu dem Heldenplatz bringen sollte, wurde geschlossen, ganze Straßenzüge abgesperrt, tausende schwerbewaffnete Polizisten positioniert:


Herr S. läuft in Budapest - doch soviel Aufwand wäre doch nicht nötig gewesen …


Starship Troopers (oder wie die heißen) sind Kinderspielzeug dagegen.


Kein Durchkommen.


Alle Parallel- und Seitenstraßen: dicht.

Und das alles weil ich meinen 3. Marathon laufe? Dabei bin ich doch extra inkognito angereist …

Ein Gespräch mit dem Verantwortlichen, dass dies alles doch nicht nötig gewesen wäre und ich nicht auf soviel Sicherheit bestünde, wurde verwunderlich und sehr rabiat beendet:


Böse Blicke und hektische Telefonate: Irgendwie wurde ich wohl missverstanden …

So langsam dämmerte mir, dass der Grund für das ganze Aufgebot nicht in der Anwesenheit meiner Person begründet liegen sollte …


Und das alles also nur wegen den paar Hanseln?


Logo der Demonstration.

Vielmehr demonstrierten Kommunisten, Homosexuellenverbände und Juden gegen die zunehmend rechte Gewalt in Ungarn. Und das war wohl so heikel, dass man halb Budapest absperrte. So viele gefährdete Minderheiten auf einem Haufen. Sicher ist sicher.

Und das war womöglich auch gut so - denn unter den Marathoni, die einen Tag vor ihrem Marathon deretwegen durch halb Budapest laufen mussten, hätten jene Minderheiten wohl wenig Zuspruch gefunden …

Von der Demonstration selber bekam man daher nur sehr wenig mit, denn alle Seiten- und Parallelstraßen zum Demonstrationszug waren abgeriegelt. Was auch für uns bedeutete, dass wir ohne Metro, die ja geschlossen war, über Umwege zu Fuß (wer hätte das gedacht!?) zum Race Center im Nord-Osten Budapests finden mussten. Dass es dabei kalt, nass und insgesamt ungemütlich war, sollte dann noch das i-Tüpfelchen sein. Und ich dachte, schlimmer könne es nicht mehr kommen …


Endlich im Race Center angekommen: Unterschrift und Startnummer.


Trostlos nasskalt: Und hier soll ich also morgen loslaufen?

Obligatorisch und deshalb eigentlich kaum erwähnenswert, dass auch der Rückweg ins Zentrum ohne Metro, per Umwege (wegen den Absperrungen) und freilich zu Fuß von statten gehen musste. Eigentlich hatten wir an jenem Tage, keine 12h vor dem Start schon unseren Marathon hinter uns. Durchgefroren, erschöpft und mit schweren Beinen betete ich, den Marathon einfach nur noch durchzuhalten. Meine Zielzeit von 4h schien nunmehr unerreichbar.

Die Schmerzen in den Beinen nahmen zu und ich hätte keinen Cent auf mich gewettet, den Marathon zu bestehen. 1 Jahr Training, 1500 km in den Beinen. Wofür? Alles, um es zwei Tage vor dem entscheidenden Lauf durch so viel Mist und miserablen Umständen zu zerstören? Panik.


Rückweg: Immer schön am Zaun entlang. Zu Fuß. 12h vorm Start.

Erschöpfte Beine, Krämpfe, die Vorraussage, dass der folgende Tag bei viel Wind nicht wesentlich wärmer werden sollte und die unausgeruhte Gesamtverfassung, welche in Panik zu münden schien, ließen mich auch die letzte Nacht kaum schlafen. Zweckoptimismus machte sich breit - schlimmer könne es ja nicht mehr kommen.

Worst as worst can be.

to be continued … morgen Teil 3: The Race.

Budapest Marathon - Report 1/3: The Arrival.

October 11th, 2008

Und wie war’s?

Depends. Lange Geschichte. Also fang’ ich mal an … heute Teil 1 von 3.

Am Tag der Deutschen Einheit verließ ich selbige. Also die Deutsche Einheit - Deutschland eben. Per Flugzeug gen Osten nach Budapest. Der Letzte 20km Trainingslauf sowie eine lockere Intervalleinheit in der Woche vor dem großen Lauf liefen sehr gut. Mental und physisch in Topform - auch wenn mein Biorhythmus (Nullpunkt bei allen Linien) etwas anderes sagen sollte. Aber wer glaubt schon daran …


Budapest City


Die Donau teilt Budapest in Buda und Pest.

Nach circa 1h ging’s schon in den Landeanflug auf Budapest. Fix, 11:30 Uhr in Budapest. Gute Zeit. Wenn da nicht, der Touristinformationsschalter gewesen wäre - wo man auch die Zugtickts ins Zentrum bekommt. Denn jeder Passagier aus unserem Flieger stand da nun jetzt an, und ließ sich in Sachen Sightseeing, Budapest Cards und sonstigem ausführlich und vor allem langwierig unterrichten. Und ich wollte doch nur ein Ticket! Also stand ich da nunmehr länger, als der Flug gedauert hatte!

14 Uhr war ich dann im Hotel. Direkt im Zentrum, gegenüber vom Budapest Royal. Schick, sauber und mit schnellem Internet. Kurz geskypet mit der Familie in Düsseldorf, die ja am Abend nachfolgen sollte. Ja, ich würde sie am Flughafen abholen kommen, auch wenn sie am Terminal 2 ankommen, welches vom Zentrum aus schwieriger und nicht direkt per Zug erreichbar sein sollte …


Hellblauer Himmel über Budapest …


… aber die Vorhersagen für den kommenden tag ließen Regen und Kälte erwarten.

Aber erst einmal Sightseeing. Einmal Budapest in 4h. Per Fuß: Zentrum, Haupstraßen, Donau, Brücken. 2 Tage vor dem Marathon wollte ich nicht zu viel ablaufen - am Ende wurden es dann doch so 7-10 km. Vorerst. Denn es sollten noch mehr werden … Zurück im Hotel war ich dann dermaßen KO, dass ich beinahe und am Liebsten eingeschlafen wäre. Aber ich musste ja zum Terminal 2. Nicht, dass man dort vergebends auf mich wartete

Also wieder per Fuß zum Westbahnhof - Ticket zu Flughafen Terminal 1. Am Terminal 1 dann den Bus zum Terminal 2. Der bräuchte dafür aber 30 min. Zu lange. Ich kannte meinen Vater und der würde am Terminal 2 definitiv nicht warten … Also meine letzten Forints zusammengekratzt und per teurem Taxi die 6 km zwischen den beiden Terminals zurückgelegt.


Einmal quer durch Budapest.


Und wieder zurück.

20:30 Uhr sollten sie aus München kommend gelandet sein. 20:45 Uhr war ich am Terminal 2. Genau richtig, denn früher is man eh’ nicht aus der Maschine - zum Gate rollen, auf die Koffer warten etc.


LH aus München.

Nun, die Maschine landete schon 20:15 Uhr und das Gepäck war schneller draußen, als gedacht. Und man sah wohl wenig Anlass auf mich warten zu müssen. Könnte ja sein, dass ich nicht käme. Wieso also unnötig warten! Also nahmen Vater und Schwester gemütlich ein Taxis ins Zentrum.

Und ich wartete Stunden.

Gegen 22:00 Uhr dämmerte mir, dass da kein Familienmitglied mehr aus dem Gate käme. Geld hatte ich auch keins mehr - ein außerplanmäßiges Taxi und die Gewissheit, dass ich mit dem Rest der Familie zurückfahre ließen mich nur eingige Forints mitnehmen und selbige alsbald schrumpfen.

Mitten in der Nacht - im Nirgendwo - ohne Geld und der aufkommenden Gewissheit, dass Vater und Schwester gemütlich sich haben per Taxi direkt ins Zentrum kutschieren lassen ohne auf mich zu warten - währendgegen ich 2h Stunden per Bahn, Taxis und zu Fuß mich auf den Weg zum Terminal 2 machte, um dort eine weitere Stunde zu warten, ließen ein kleines, ein klitzekleinesbisschen Wutgefühl entstehen.

Aber ich liebe ja Herausforderungen. 36h vor einem Marathon erst Recht. Also, was blieb mir übrig? Ohne Geld und Ahnung, wo ich war?

Schwarzfahren. Per Bus zur nächsten, äußerst entlegenen Metrostation um Südosten. Vor Dort aus bis zur nächsten Metro. Umsteigen. Noch einmal Metro. Aussteigen. Dass ich dann des Nachts im Zentrum noch verlief und entgegengesetzt der Richtung unseres Hotels lief, machte dann auch nicht mehr viel aus. Gegen 00:00 Uhr und weiteren 5h auf den Beinen kam ich dann im Hotel an, wo Schwester und Vater gemütlich dinierten und fragten, wo ich denn gewesen sei …

to be continued … zum Teil 2: The Weather.

Coming Soon: Marathon Report, WLan Budapest, Musique Berlin.

October 7th, 2008

Back in Berlin stehen diese Woche noch eine Termine an - aber ich hab’ ne Menge Ideen und Themen aus Budapest mitgebracht - die ich die kommenden Tage hier auf Deinem Lieblingsblog manifestieren werde … ^^


few hours after the race in a great budapest wifi bar

Budapest Marathon: Finished!

October 5th, 2008

New Rekord Time.

Full report tomorrow in a few days..

I mog Minga! Und Apple!

September 23rd, 2008

Also am vergangene Freitag ging’s ja zusammen mit Theo Waigel in einer Lufthansa Maschine gen Süden. Während Waigel den Express am Gate des Düsseldorfer Flughafen studierte und sich beim Boarding vordrängelte, freute ich mich schon mal auf den weiß-blauen Himmel der bayrischen Landeshauptstadt.


Münchner Kindl

Meine Vorfreude sollte sich bestätigt wissen: Hellblauer Himmel, frische Luft und jede Menge Touristen. Erst später erfuhr ich den Grund. Nicht für den Himmel und die Luft, sondern für die vielen Briten, Asiaten und Australier: Das Oktoberfest sollte am darauffolgenden Tag beginnen.

Und was soll ich sagen, ich mag München und die Münchner mit ihren Dialekt. Anders als Berlin besitzt München einen Charme - und hat sich das Traditionelle bewahrt. Weiß-blaue Straßenschilder, fesche Mädels in Dirndl und andere Details, die ich Freunden nur per SMS mitteilen konnte …

Wie es der Zufall so will, führte mich das Schicksal auf meinem Weg durch München auch am Renaissance Haus vorbei.


(c) Renaissance Haus München

Mit Verwundern stellte ich am Kopfe des Hauses ein übergroßes Apple Logo fest. Meine ersten Gedanken galten dann dem vielmals kolportierten Gerüchten, Apple plane seinen ersten Apple Store auf deutschem Boden in München. Hatte ich die Location entdeckt? Nein … unwahrscheinlich - dafür fehlten diesem Hause die Glasfassaden oder zumindest die großen Schaufenster.


Apple Deutschland

Dies hier musste die Deutschland Zentrale Apples sein. Im 4. Stock, ganz oben saß tatsächlich Apple Deutschland. Ich ließ es mir natürlich nicht nehmen, mal das Gebäude und Apple in der 4. Etage zu besuchen … und wer immer schon mal wissen wolte, wie Apple Deutschand sein Wlan nennt, weiß es jetzt:


Netzwerke im Renaissance Haus

München und seine Wlan-Cafés: Forum Café.

September 19th, 2008

Jaja, ich weiß. Von der versprochen Berliner Wlan-Test-Serie mit Bindestrich ist noch nicht viel auf deinem Lieblingsblog zu lesen gewesen. Ich mach’s aber wieder gut. Mit einem Live-Testbericht eines Münchner’ Wlan-Cafés. Live deswegen, weil ich den Text über das Forum Café und sein Wlan schreibe, während ich grad in selbigem sitze. Auch irgendwie logisch, oder?

Das Forum Café ist Café, Bar und Restaurant - und befindet sich direkt Am Schnittpunkt der Müllerstraße und Corneliusstraße. Zentrumnah, d.h. der Stachus ist nicht weit weg - zumindest bin ich auf der Suche nach einem Wlan-Café vom Karlsplatz (Stachus) hierher gelaufen.


Größere Kartenansicht

Das Forum Café bietet ein ansprechendes, angenehm professionelles Ambiente. Die Bedieung reagierte sehr freundlich auf mein Nachfragen nach einem Wlan-Netz und der Käsekuchen aus eigenem Hause für 3,30 EUR schmeckt hervorragend. Ich möchte behaupten, der beste Käsekuchen, den ich bisher gegessen habe.

Das Wlan ist flüssig und nicht passwortgeschützt. Positiv noch: Die Toiletten sind sehr sauber und das Waschbecken außergewöhnlich.

Anders als in Berlin wird das Café nicht von der digitalen Bohème mit ihren Möchtegern-Macs bevölkert. Ganze zwei Nerds sitzen hier mit Käsekuchen und Klapprechner. Einer davon ein Mac.

Negativ muss ich anmerken (und das habe ich eben erst auf der Webseite des Cafés gelesen), dass selbiges (also das Café, nicht die Webseite!) ab 22:00 zu einem Raucherclub umfirmiert. Zum Glück riecht man es nicht.

Zum Letztgetesteten Wlan-Café in Berlin bildet das Forum Café das positive Gegenteil. Die rein und absolut subjektive Bewertung meinerseits im Detail:

Ambiente (Location, Ausstattung) 20%: 3
Bedienung (Freundlichkeit, Service) 10%: 2
Kaffee (Geschmack, Preis) 20%: 2+ (Käsekuchen!)
Wlan (Zugang, Funktionalität) 50%: 2

Insgesamt eine gute 2. Prädikat: Empfehlenswert!

Sorry!

September 17th, 2008

Dass es hier derzeit so wenig Input gibt. Ich bin derzeit in der Republik unterwegs und komme selten ins Netz und um Schreiben. 

Grad bin ich in Düsseldorf und am Freitag fliege ich nach München. Nächste Woche wieder Berlin

 

Goodbye Madrid.

July 25th, 2008

2 Jahre Madrid.

Mir bleiben also noch genau 20h bis ich spanischen Boden verlasse.

24h um Abschied zu nehmen. Heute habe ich noch ein letztes Mal unterrichtet, Geschenke und ein Wahnsinns-Empfehlungsschreiben bekommen und noch ein Mal durch Madrid gelaufen, mir alles angeschaut, 7h die Sonne genossen und Abschied genommen.

24h um zu resümieren. Was hat mir der Auslandsaufenthalt gebracht. Was mag ich an Spanien? Mit welchen Eigenheiten komme ich bis heute nicht klar? Wie hat sich langsam aber sicher in die anfängliche Erasmus-Party-Euphorie der Alltag eingeschlichen? Wie hab’ ich mich verändert?

Nun, über diese Dinge habe ich schon oft nachgedacht. Allein aufgeschrieben habe ich sie noch nie. Genug Zeit zum Nachdenken hat man ja beim Laufen genug. Aber nicht nur dabei. Auch wenn ich durch die Gassen gehe, im Supermarkt einkaufe oder einfach im Park die Menschen beobachte, denke ich drüber nach - wie mich Spanien geprägt hat.

Nun, wie schon erwähnt, waren die ersten 6 Monate durch Parties, vielen neuen, interessanten und internationalen Freunden und diesen gesamte Eramus-Dingens geprägt. Feiernd in unsere damaligen WG und anderen, Strassenspanisch lernend und die Kultur der iberischen Halbinsel entdeckend verging das erste halbe Jahr wie im Fluge.


Halloween in Madrid.
tino seeber madrid wg party
WG Party: Damien.
semana santa ostern in spanien
Ostern in Spanien: Semana Santa.
madrid retiro amigos
Madrid Retiro Park: Amigos.
silvester madrid sol
Silvester 06/07 im Zentrum Madrids - im Zentrum Spaniens.

Erasmus-Party-Zeit: Wer findet das Wortspiel?

Das zweite Semester war geprägt mit der Planung und Umsetzung meiner Diplomarbeit. Erste Freunde verließen Madrid - ihr Erasmusstipendium ging nur 6 Monate. Die meisten jedoch blieben ein Jahr. Gleichzeitig sprach sich mein Name an der Deutschen Schule Madrid herum und Anzahl meiner Zöglinge verdreifachte sich von 2 auf 6 pro Woche.

tino seeber madrid
Madrid, Uni und so …

Im Juli 2007 war die Diplomarbeit geschrieben und ich hatte mir einen Urlaub verdient. Backpacking in Marokko und einige Wochen Deutschland standen auf dem Programm. Madrid wurde indes auch leere. Erasmus-Freunde, mit denen man seit einem Jahr gelebt gefeiert und gelernt hatte, kehren zurück in Ihre Heimat. Ich bin jetzt kein Student mehr. Karrere machen reizt mich noch nicht. Ich möchte noch etwas die Sonne genießen. Sauge Wissen auf, sitze im Café und lese viel - Bohemien Livestyle. Mittlerweile unterrichte ich bis zu 11 Kinder in der Woche. Zu viel - denn ich möchte noch Spaß dabei haben. Ich beschränke mich auf 8 in der Woche - 15h pro Woche reichen. Nebenbei beginne ich mit einer Buchversion meiner Diplomarbeit.

Januar 2008 wächst in mir der Wunsch, nach Deutschland zurückzukehren. Deutschland oder die Schweiz. Ich vermisse die Freundlichkeit, die Bildung und die gute Erziehung. Dieses ist leider in Spanien Mangelware. Man weiß erst, wie gut man es in Deutschland hat, wenn man mal länger im Ausland gelebt hat. Wer sich über unfreundliche Kassiererinnen in Deutschland beschwert, soll mal nach Spanien kommen …

Spanische Langsamkeit mag ja ganz angenehm sein - und sie hat mich in jedem Fall auch ruhiger und gelassener gemacht. Aber an eins konnte ich mich nie gewöhnen - die Rücksichtslosigkeit der Spanier. Sie denken nur an sich - bleiben im Weg stehen. Nicht, dass sie es böse meinen - allein sie merken es nicht. Ein andere Spanier merkt das auch gar nicht, wenn da jemand einfach im Eingang eines Ladens selbigen versperrt, weil er sich mit einem anderen grad so schön unterhält. Oder noch besser, wenn der Spanier direkt am Ende der Rolltreppe stehen bleibt, um erst mal zu überlegen, wohin er denn will. Dass noch anderen hinter ihm sein könnten - ist ihm einfach nicht bewusst.

Ich habe das daher ausgiebig beobachtet und analysiert, warum er das nicht merkt: Weil er es nicht beigebracht bekommt. Deutsche Eltern nehmen zum Beispiel ihr Kind zur Seite oder ermahnen es, Platz zu machen, wenn jemand vorbei will. Nicht so in Spanien. Die Erziehung von Hause aus ist allgemein deutlich ausbaufähig. Mag sein, dass ich zu spießig bin - aber ich halte es für anstandslos beim Essen zu schmatzen. Was Spanier davon halten, wird deutlich, wenn man weiß, dass es für das deutsche Wort “schmatzen” gar kein spanischen Pendant gibt …

Dass der Spanier Entgegenkommen und Anstand gegenüber Fremden (z.b. auf der Straße) kennt, wird besonders in Folgender Situation deutlich, die mir jedesmal passiert: Ich sehe, dass jemand irgendwo vorbei möchte und warte - ich lasse ihm gerne den Vortritt. Nordeuropäer würden meine Geste verstehen udn ebenfalls hinter mir warten - nicht so Spanier. Die merken gar nicht warum ich warte und drängeln sich einfach vor - ich könnte ja einfach so wie viele von Ihnen einfach so in der Gegend rumstehen. Mit diesem Verhalten und anderen Eigenarten, die meines Erachtens auf fehlender - oder “anderer” Erziehung beruht, nicht ich nie klar gekommen. Mich nervt das - nein, mich ärgert sowas.

Ich merke, dass dies kein Land ist, in dem ich ewig bleiben will. Dazu ist der Verdienst mager, die Mieten und Lebenshaltungskosten doppelt so hoch wie in Deutschland. Ich plane 3 Projekte und setzte mir eine Deadline. Die Verfolgung und Umsetzung dieser Projekte prägen die letzte Phase meines Auslandsaufenthaltes. Sicherlich gibt es auch Dinge, die ich vermissen werde - die Spanierinnen und die Sonne. Anmerken möchte ich außerdem, dass ich mich bei den spanischen Familien meiner Kiddies immer sehr sehr wohl gefühlt habe, herzlich empfangen wurde und oft zu Tisch geblieben bin. Diese Familien waren und sind aber die oberen 10.000 Madrids - und somit eine Ausnahme.

Projekt 1: Buch
Projekt 2: Job
Projekt 3: Marathon

Projekt zwei ist also die Rückkehr nach Deutschland, Job, Karriere und Kinder. Nun ja, ich werde 30. Ich sollte mal anfangen. Meine Kinder hier werde ich vermissen. Sehr sogar. Sie haben mich geprägt und ich hoffe sie können selbiges auch von mir sagen. Sie haben mir gezeigt, was ich am Besten kann: Motivieren und auf Menschen eingehen. Komplexe Sachverhalte einfach erklären. Leyre wendet heute lieber die Quadratische Ergänzung an (als die p-q Formel) zur Lösung quadratischer Gleichungssysteme … Auch ich habe eine Menge gelernt: 10 Jahre nach meinem Physik und Mathe Abitur ist mein analytischer Verstand und die mathematische Problemlösungsgabe schärfer als je zu vor. Als Lehrer ist man eben anders motiviert.

tino seeber sprung salto
Seit Beginn und ansteckend: der obligatorische Sprung!
metro madrid sprung damien und georg
Unterirdisch: Georg und Damien.
familie seeber springt
Salto familiar.
tino seeber springt salto arriba madrid
Meister.
leyre spingt
Leyre springt.
metro salto tino seeber
Timetunnel.

Besuch aus Ilmenau: Niko & Nico
madrid ventas tino seeber sprung
Ventas: Stierkampfarena

Wer im Ausland lebt, bekommt zudem eine andere Sicht auf seine Muttersprache. Wir plappern einfach unsere Deutsch hinaus ohne viel darüber nachzudenken. Deutsch ist für mich etwas fremder geworden. Mag sein, dass dies für andere Studenten hier nicht zu trifft. Vielleicht hängt es auch eher damit zusammen, dass man als Deutschlehrer für ausländische Kinder die Sprache automatisch ganz anders sehen muss. Wir nutzen den Dativ und Akkusativ intuitiv. Dass es dafür feste Regeln und bestimmte Präpositionen wie z.B. vor, über, auf, mit etc. gibt, wissen die Wenigsten. Und gefährlich wird es bei Wechselpräpositionen, wo einmal der Dativ, ein anderes Mal der Akkusitiv stehen kann - von der akkuraten Bildung und Verwendung des Konjunktiv I und II einmal ganz abgesehen … Die Rolle des Lehrers hat daher auch sehr viel für mich gebracht. Paradoxerweise habe ich im Ausland dadurch die Deutsche Sprache und ihre Feinheiten besser kennen gelernt, als man sie in Deutschland lernen kann.

Wechselpräposition “auf”:

- ich stelle die Vase auf den Tisch (Akk.)
- die Vase steht auf dem Tisch (Dat.)

Erklär das jetzt mal einem Nicht-Deutsch-Muttersprachler …

Mir bleiben noch einige Stunden bis der Flieger geht. Dies ist der letzte Blogeintrag aus Madrid. Der Mac ist als Letztes noch nicht eingepackt. Ich freu’ mich riesig auf Deutschland und meinen Job. Ich habe eine klasse Wohnung direkt - und ideal zum Laufen direkt nebem einem Park.

Und was wäre ein so bedeutender Eintrag ohne Bilderrätsel? Genau! Wer die Stadt, besser der Stadtteil (wo der Park ist) errät, erhält ein handsigniertes Buchexemplar (ich verhandele nochmal mit dem Verlag über Freiexemplare für meine Leser^^ …).


Neue Heimat Deutschland: Wo?

Student Technology Conference ‘08.

May 19th, 2008

Wie schon erwähnt war ich als ehemaliger Stipendiant des Microsoft Academic Progams zu Besuch auf der diesjährigen Microsoft Student Technology Conference (STC) hier in Berlin. Das ganze fand in der Kalkscheune statt - Berlin Mitte, hinterm Friedrichspalast gleich neben Merkel & Co.

Das Thema der diesjährigen Konferenz und dem dazugehörigen Imagine Cup war der Umwelt- und Klimaschutz - wie also kann die IT auf der einen Seite aktiv zum Klimaschutz beitragen und auf der anderen Seite selbst - durch Ressourcenoptimierung - z.B. verbesserte Kühlung der Server die Klimabilanz verbessern.

So stand das Ganze auch unter der Schirmherrschaft unseres Umweltministers Sigmar Gabriel. Anwesend waren u.a. Microsoft Deutschland Chef Achim Berg, der Präsident des NABU (ich glaub’ auch jemand vom WWF) sowie sein Kollege vom Technischen Hilfswerk. Der umweltpolitische Sprecher der SPD, dessen Name ich nicht mehr weiß und der Chef von Accenture oder Avanade (= Tochter von Accenture & Microsoft) - jener Unternehmensberatung, welche eng mit MS zusammenarbeiten und auf der STC kräftig Nachwuchs suchten.

Für mich ein langer und spannender Tag. Neben alten Bekannten und meiner ehemaligen Chefin des Microsoft Academic Programs konnte ich auch viele neue Gesichter kennenlernen.


STC ‘08.

Lecker Essen. Ich hätt’ mehr essen sollen …

Accenture & Avanade beim Recruiting …

MS, NABU und WWF geben sich die Klinge in die Hand.

Ich mag Beck’s lieber …

Darf nicht fehlen: XBox Lounge.

Draußen: Kicker. Btw: Es gab auch Mädels!

Mal wieder die Letzten: Andi & Roman aus Kaiserslautern.

Potsdam Mac!

April 9th, 2008

Mit Cousin in Potsdam auf der Suche nach einem Café mit WLAN gewesen. Und gefunden. Es hieß zwar, man habe kein eigenes, klaue aber vom Café gegenüber … am Fenster habe man den besten Empfang.

Bei soviel Ehrlich- und Dreistigkeit sind wir dann auch gleich dort geblieben. Errät einer, in welchem Café wir waren?



Black & White.

Standesgemäß: Moleskine.

Quo vadis el WLan? Von Gegenüber!

Bis spät.

Später kam ein berühmter Schriftsteller - dessen Name ich hier aus Datenschutzgründen nicht nenne - auf uns zu und sagte, er habe sich gerade einen MAC gekauft, aber noch Probleme mit dem Umstieg. Ob man ihm denn gegen Honorar “Mac beibringen” könne?

Womöglich sieht man einem 2 Jahre Lehrtätigkeit an …

Back!

April 8th, 2008

6 Tage Berlin. In den letzten 36h 3 Stunden Schlaf, ein Deal, ein Flug und jede Menge Unterricht:

11:00 Abfahrt nach H.
19:00 Deal in H.
1:00 Back nach B.
3:00 Tasche packen
6:00 Aufstehen
10:00 Flug nach M.
14:00 Unterricht in M. mit M.
15:00 Unterricht in M. mit L. und J.
16:00 Unterricht in M. mit A.
19:00 Unterricht in M. mit L. und J.
22:00 Essen bei Familie A.
00:00 Endlich zuhause.

Das etwas andere Bilderrätsel! Neues Bild I°

April 1st, 2008

Der eine oder andere wird sich schon gefragt haben, weshalb er denn der Herr S. seinen nächsten Ort freiwillig verrät - wo es doch immer Bilderrätsel aus den Städten gibt, in denen S. unterwegs ist.

Nun, die Frage sei einfach beantwortet: Weil ich etwas Besseres habe - das etwas andere Bilderrätsel!

Die kommende Woche wird täglich ein Teilbild geben. Wer zuerst das große Ganze errät, darf sich was wünschen!

So viel sei zum Anfang verraten - es handelt sich um das erste von 3 Jahresprojekten, welches Ende kommender Woche fertig sein wird! :)

Was ist das?

Ostern.

March 23rd, 2008

Bei meiner Deutschland-Pre-Osterreise standen neben Ilmenau (!) und Weimar natürlich auch Düsseldorf auf dem Plan:


Ostern bei Fam. S.

großer Bruder …

kleine Schwester.

Fährt fast noch …

Das ultimative Städte-Bilderrätsel!

March 20th, 2008

Bildungsreise in Deutschland.

Zugegeben, diesmal einfach - zumal meine Leser gebildet sind.

Für die Leserinnen hingegen eine knifflige Angelegenheit …



Das Schloss.

Hier wohnten gleich zwei bekannte Maler: Vater und Sohn.

Und hier ein Schreiberling.

Hier der mein Lieblingsschriftsteller. Welcher?

Tja …

Hintenrum: Weil’s die beiden sonst immer nur von vorne gibt.

In welcher deutschen Stadt der Kultur war Herr S. unterwegs?

Mehr Städt-Bilderrätsel gibt’s hier.

Deutschland!

March 15th, 2008

Unterwegs!

Seit Mittwoch in D.dorf. Gestern in HH. Leider diesmal ohne Bilderrätsel, da ich nur durchgefahren bin. Freiwillig steige ich doch nicht in HH aus!

Städte-Bilderrätsel!

March 4th, 2008

Da isses wieder: das ultimative Städte-Bilderrätsel!

Vergangenen Freitag ging’s vor Florians Abreise mit selbigen und seinem amerikanischen Mitbewohner noch einmal auf Sightseeingtour.

Wo waren wir? Kriegt Ihr nie nie nie raus!



Die Stadt ist die eigentliche Hauptstadt Spaniens …

.. bei gerade einmal etwas mehr als 70.000 Einwohnern.

Das Zentrum der spanischem katholischen Kirche befindet sich noch immer hier.

Samt den 12 Aposteln.

Und der Fluss ist wirklich ein Fluss!

Obligatorisch: El Sprung.

Ebenso.

Erinnerungen an den Bürgerkrieg: Festung samt Militärakademie.

Zusammen mit Stevie Wonder.

Konzentration.

Unterwegs!

February 29th, 2008


Deals.

Morgen Später mehr.

Madrid para los Turistas.

January 8th, 2008

Einen interessanten Überblick über Madrid und seine Sehenswürdigkeiten gibt’s bei Lufthansa. Zum lesen und hören.

Viel Spaß!

Städte-Bilderrätsel ohne Bilder II!

October 31st, 2007

Ja, sonst wird’s doch wieder zu einfach!

Zugegeben, beim letzten Mal gab’s auch selbige nicht zum Rätsel und Dirk hat’s trotzdem rausbekommen!

Aber heute nicht!

Ich war mal wieder in Deutschland. Von Madrid ging’s nonstop zu Deutschland größten Flughafen. Der gehört zu welcher Stadt? Das ist ja noch leicht …

Dann ging’s mit Lufthansa Regional gen Süden zu einem Regionalflughafen. Dort blieb mir leider keine Zeit zum Angeln oder auf der anderen Seite einen Bloggerkollegen zu besuchen. Na, schon schwieriger … ?

Weiter ging’s auf vier Rädern auf dem schwarzen Grat zum Ziel. Wo war ich?

Das kriegt Ihr nie raus! Das kriegt ihr nie raus!!!!111elf

Madrid: Noche en Blanco.

September 22nd, 2007

Heute Nacht isses wieder soweit. Was man in Deutschland unter dem Begriff “Lange Nacht der Museen” kennt, nennt sich auf spanisch “Noche en Blanco” - die Nacht in weiß.

Noche en Blanco ist indes mehr als die Lange Nacht der Museen. Neben Museen, haben zig andere Kulturstätten geöffnet. Oper, Theater und die Madrider Börse, um nur einige zu nennen. Auch Musik und Live Spektakel in den Straßen wird es geben. Insgesamt mehr als 170 Veranstaltungen.

Jetzt gilt es einen dieser Flyer zu besorgen, um den Abend effizient zu planen. Aber es wird wohl her wieder typisch spanisch ablaufen, sprich - ohne Planung. Wir ziehen los und lassen uns treiben. Fast alles findet zentral statt - d.h. man kann es zu Fuß ablaufen. Spezielle Nachtbusse versuchen außerdem die Millionen Madrileños diese Nacht von einem Event zum anderen zu bringen.

Wer mich kennt, weiß jetzt schon, was ich mir auf jeden Fall anschauen werde.

Wer’s errät, darf sich was wünschen!

22-3000-3.

September 15th, 2007

22h wach. 3000 km. 3 Interviews. Ein mal Deutschland und zurück.

Müde.