Von der Feminisierung der Bildung.

April 13th, 2009

Einen interessanten Beitrag schreibt Henning Engeln im Spiegel - über die Feminisierung der Bildung, welche bei gleichzeitiger Förderung von Mädchen nur sehr wenig auf die Bedürfnisse der Jungs eingeht.

Ein Forschungszweig, der mich schon des Längeren interessiert und in letzter Zeit durch eigene Erfahrungen im Bildungs- und pädagogischen Bereich meiner Ansicht nach nur bestätigt werden kann:

Der Bozener Entwicklungspsychologe Wassilios Fthenakis hält es inzwischen sogar für erwiesen, dass Lehrerinnen Jungen systematisch benachteiligen und bei gleicher Leistung schlechter benoten. Unser Bildungssystem produziere enorme Ungerechtigkeiten für Jungs, so Fthenakis.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: In den vergangenen gut 30 Jahren wurden Mädchen speziell gefördert. Es gab zahlreiche Programme, um ihnen den Zugang zu naturwissenschaftlich-technischen Fächern zu erleichtern. Weibliche Rollenbilder sowie Klischees oder Hürden für junge Frauen im Schulalltag wurden abgebaut. Dagegen berücksichtigte man in den Lehrplänen und Unterrichtsmethoden nur wenig die Schwierigkeiten von Jungen - etwa ihre Schwächen beim Lesen und Schreiben -, ihre emotionalen Bedürfnisse und Interessen.

(…)

Die Folgen all dieser Entwicklungen sind heute zu erkennen: Es gibt kein klares oder gar positives Bild vom Mann.

Mehr noch: “Typisch männlich” ist ein eher negatives Etikett geworden. All das sowie der Mangel an männlichen Vorbildern in Schule und Familie erschwert es Jungen, so die Ansicht vieler Experten, eine männliche Identität zu entwickeln.

Interessant auch der Seitenhieb auf die pädagogischen Experimente der 68er Generation:

Damals versuchten Eltern, ihre Sprösslinge ohne Rollenstereotype zu erziehen und Mädchen und Jungen gleich zu behandeln. Die Eltern erwarteten, dass sich die Geschlechterstereotype verringern würden. Doch das Gegenteil trat ein, die Unterschiede verstärkten sich: Jungen wurden noch aggressiver, und es gelang ihnen, die Mädchen massiv zu unterdrücken.

(..)

Zahlreiche Untersuchungen belegen zudem deutlich unterschiedliche Vorlieben für Spielzeuge bei ein- bis zweijährigen Kindern. Mädchen bevorzugen Puppen, Plüschtiere oder Puppengeschirr. Ältere basteln, malen und verkleiden sich gern, zeigen mehr feinmotorisches Geschick.

Jungen widmen sich dagegen lieber Autos oder Robotern und werden von “katastrophenträchtigen” Objekten angezogen - etwa einer mit Wasser gefüllten Blumenvase oder einem vollen Aschenbecher.

Solche Vorlieben treten schon in einem Alter auf, in dem sich die Kinder ihres eigenen Geschlechts noch nicht bewusst sind, und entwickeln sich offenbar unabhängig davon, ob die Eltern ihnen typische Geschlechterrollen vorleben oder nicht.

Das Thema Gender-Forschung sollte damit endgültig auch vom Tisch sein, fristet es bis dato doch nur noch ein Schattendasein an einigen deutschen Universitäten.

Aus meiner eigenen pädagogischen Erfahrung im Umgang mit Kindern kann ich sagen, dass der Umgang mit Jungs umso leichter fällt, wenn man diese “versteht” und ihre Eigenheiten berücksichtigt: So lieben Jungs den Wettbewerb. Ich habe zum Beispiel beim Sport den Jungs immer ein Zeitlimit gegeben, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Jungs brauchen Ansporn, eine Herausforderung. Gleiches funktioniert auch wunderbar zu Hause beim Anziehen, Waschen oder Zähneputzen …

Privatuni Witten/Herdecke.

January 16th, 2009

Was ist von den Abschlüssen in Wirtschaft (BWL. VWL etc.) einer Privatuni zu halten, die es selbst nicht einmal schafft, den eigene Laden wirtschaftlich solide zu führen?

Und warum um Himmels willen muss der Steuerzahler eine Privatuni jährlich mit zig Millionen Euro finanzieren?

Nazi Zeitung für Alle.

January 8th, 2009

Klingt wie ein böser Scherz zum 1. April., isses aber nicht. Der britische Verleger Peter McGee lässt Zeitungen aus den Jahren 1933 - 1945 nachdrucken:

Die Idee hinter “Zeitungszeugen” ist simpel: Die Leser sollen sich geschichtliche Großereignisse von Hitlers Machtergreifung bis zum Weltkriegsende durch zeitgenössische Kommentare und Schlagzeilen selbst “erlesen”. In der Startausgabe finden sich drei Zeitungen vom 30. Januar 1933, dem Tag, an dem Adolf Hitler Reichskanzler wurde. Sie stehen für die unterschiedlichen politischen Strömungen der damaligen Zeit: Die nationalkonservative “Allgemeine Deutsche Zeitung”, die von Joseph Goebbels herausgegebene NS-Gauzeitung “Der Angriff” sowie das Kommunistenblatt “Kämpfer”.

Für einen Medien-Nerd mit akademischen Abschluss und wissenschaftlichen Interesse ist das natürlich eine Goldgrube. Jedoch mag selbiger die Gefahr nicht verleugnen, dass Ewiggestrige oder Burschenschafter jene Nachdrucke als wohl gelegene Möglichkeit verstehen, ihre Sammlungen aufzuhübschen …

Gravitation der Weiblichkeit.

January 8th, 2009

Herrlich, was man so liest, wenn man Diplomarbeiten korrigiert:

Hausarbeit, Familienversorgung und Freizeit verschmelzten im traditionellen Domizil zum Gravitationszentrum weiblichenr Lebenswirklichkeit.

Sehr schön Herr Schneider!

Diplomarbeit Computerspiele?

November 21st, 2008

Und dann auch noch verknüpft mit Gender- und Frauenthesen? Sowas gibt’s?

Ja, gibt es! Und Paul schreibt drüber. Auf’s Ergebnis seiner Thesen und die empirische Auswertung bin ich gespannt. Deswegen die Bitte an meine Leser und Bloggerkollegen, doch fleißig bei Pauls Studie zum Thema Gender, Technik und digitale Spiele teilzunehmen bzw. selbige auf ihren Blogs zu verlinken:

Hallo liebe NYBLog-Leserinnen und -Leser,

Ihr interessiert Euch für Technik und könnt Euch für Computerspiele begeistern? Ja? Dann seit ihr genau richtig um an meiner Befragung teilzunehmen. Nein? Ihr gehört ebenso zur Zielgruppe meiner Online-Umfrage, die ich im Rahmen meiner Diplomarbeit konzipiert habe. Ich würde mich freuen, 5 bis 10 Minuten Eurer Zeit dafür zu bekommen. Selbstverständlich ist alles anonym und unterliegt einem rein wissenschaftlichen Erkenntnisinteresse. Danke!

Link zur Umfrage: http://www.unipark.de/uc/ik_tu_fb_ifmk/91ee/

mfg
Paul

PS: an die Blogger: Bitte mit Backlink auf diesen Artikel, damit sich Paul bei denjenigen auch erkenntlich zeigen kann!^^

Bildungselite?

November 12th, 2008

Sie so die zukünftige Bildungselite aus? Und die sollen mal meine Rente zahlen? Mit der Aktion in der Humboldt Universität haben sie sich sicherlich keinen Gefallen getan …

Kurt Tucholsky und so.

October 29th, 2008

In mehren Blogs heißt es, besagtes Gedicht von Kurt Tucholsky zur Finanzkrise sei gar nicht von selbigen. Und ich glaube, dass könnte sogar stimmen - denn Nomen wie Leerverkauf oder Derivat scheinen mir doch arg modern, als dass sie Tucholsky in einem Gedicht von 1930 verwendet haben dürfte. Vielmehr wurde das Gedicht von Richard G. Kerschhofer erstmals hier veröffentlicht. Dazu auch die Frankfurter Rundschau.


Kurt Tucholsky zum Vergnügen, Reclam, 4,00 Eur

Wie dem auch sei gibt’s zur Entschädigung “Ratschläge für einen schlechten Redner”, welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von Kurt Tucholsky stammen:

Ratschläge für einen schlechten Redner
Kurt Tucholsky, 1930

Fang nie mit dem Anfang an, sondern immer drei Meilen vor dem Anfang! Etwa so: „Meine Damen und meine Herren! Bevor ich zum Thema des heutigen Abends komme, lassen Sie mich Ihnen kurz…“
Hier hast du schon so ziemlich alles, was einen schönen Anfang ausmacht: eine steife Anrede; der Anfang vor dem Anfang; die Ankündigung, dass und was du zu sprechen beabsichtigst, und das Wörtchen kurz. So gewinnst du im Nu die Herzen und die Ohren der Zuhörer. Denn das hat der Zuhörer gern: dass er deine Rede wie ein schweres Schulpensum aufbekommt; dass du mit dem drohst, was du sagen wirst, sagst und schon gesagt hast. Immer schön umständlich! Sprich nicht frei – das macht einen unruhigen Eindruck. Am besten ist es: du liest deine Rede ab. Das ist sicher, zuverlässig, auch freut es jedermann, wenn der lesende Redner nach jedem viertem Satz misstrauisch hochblickt, ob auch noch alle da sind.

Wenn du gar nicht hören kannst, was man dir so freundlich rät, und du willst durchaus und durchum frei sprechen … du Laie! Du lächerlicher Cicero! Nimm dir doch ein Beispiel an unsern professionellen Rednern, an den Reichtagsabgeordneten – hast du die schon mal frei sprechen hören? Die schreiben sich sicherlich zu Hause auf, wann sie „Hört! hört!“ rufen … ja, also wenn du denn frei sprechen musst:
Sprich wie du schreibst. Und ich weiß wie du schreibst. Sprich mit langen, langen Sätzen – solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du so sehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist, die Nebensätze schön ineinander geschachtelt, so dass der Hörer, ungeduldig auf seinem Sitz hin und her träumend, sich in einem Kolleg wähnend, in dem er früher so gern geschlummert hat, auf das Ende solcher Periode wartet… nun, ich habe dir eben ein Beispiel gegeben. So musst du sprechen.

Fang immer bei den alten Römern an und gib stets, wovon du auch sprichst, die geschichtlichen Hintergründe der Sache. Das ist nicht nur deutsch – das tun alle Brillenmenschen. Ich habe einmal in der Sorbonne einen chinesischen Studenten sprechen hören, der sprach glatt und gut französisch, aber er begann zu allgemeiner Freude so: „Lassen Sie mich Ihnen in aller Kürze die Entwicklungsgeschichte meiner chinesischen Heimat seit dem Jahre zweitausend vor Christi Geburt…“ Er blickte ganz erstaunt auf, weil die Leute so lachten. So musst du das auch machen. Du hast ganz recht: man versteht es ja sonst nicht, wer kann denn das alles verstehen, ohne die geschichtlichen Hintergründe … sehr richtig! Immer gib ihm Historie, immer gib ihm.

Kümmere dich nicht darum, ob die Wellen, die von dir ins Publikum laufen, auch zurückkommen – das sind Kinkerlitzchen. Sprich unbekümmert um die Wirkung, um die Leute, um die Luft im Saale; immer sprich, mein Guter. Gott wird es dir lohnen.
Du musst alles in die Nebensätze legen. Sag nie: „Die Steuern sind zu hoch.“ Das ist zu einfach. Sag: „Ich möchte zu dem, was ich soeben gesagt habe, noch kurz bemerken, dass mir die Steuern bei weitem…“ So heißt das. Trink den Leuten ab und zu ein Glas Wasser vor – man sieht das gerne.
Wenn du einen Witz machst, lach vorher, damit man weiß wo die Pointe ist.

Eine Rede ist, wie könne es anders sein, ein Monolog. Weil doch nur einer spricht. Du brauchst auch nach vierzehn Jahren öffentlicher Rednerei noch nicht zu wissen, dass eine Rede nicht nur ein Dialog sondern ein Orchesterstück ist: eine stumme Masse spricht nämlich ununterbrochen mit. Und das musst du hören. Nein das brauchst du nicht zu hören. Sprich nur, lies nur, donnere nur, geschichtele nur.

Zu dem, was ich eben über die Technik der Rede gesagt habe, möchte ich noch kurz bemerken, dass viel Statistik eine Rede immer sehr hebt. Das beruhigt ungemein, und da jeder imstande ist, zehn verschiedene Zahlen mühelos zu behalten, so macht dies viel Spaß.

Kündige den Schluss deiner Rede lange vorher an, damit die Hörer vor Freude nicht einen Schlaganfall bekommen. (Paul Lindau hat einmal einen dieser gefürchteten Hochzeitstoaste so angefangen: „Ich komme zum Schluss.“) Kündige den Schluss an, und dann beginne deine Rede von vorn und rede noch eine halbe Stunde. Dies kann man mehrere Male wiederholen. Du musst dir nicht nur eine Disposition machen du musst sie den Leuten auch vortragen - das würzt die Rede. Sprich nie unter anderthalb Stunden, sonst lohnt es gar nicht erst anzufangen.

Wenn einer spricht, müssen die andern zuhören – das ist deine Gelegenheit. Missbrauche sie.


Kurt Tucholsky Biographie, Rowohlt Tb., 8,95 Eur.

Umsatzsprung: +62.5%.

October 27th, 2008

Nicht nur bei Apple - auch bei mir gibt’s Quartalszahlen. 

Es hatte sich ja bereits angekündigt, dass sich mein Buch “Weblogs - die 5. Gewalt?“ wie geschnitten Brot verkauft. Und die Zahlen meines Verlages sollten es bestätigen: 62.5% mehr Exemplare gingen im letzten Quartal (im Vgl. zum vorherigen Quartal) über den Ladentisch:


Tino Seeber: Weblogs - die 5. Gewalt? - vwh Verlag

Einige wissenschaftliche Institutionen beschäftigen sich derzeit mit der Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch Weblogs. Ob es daran liegt oder an dem zunehmenden Einfluss der Blogger auf die klassische Medienwelt (Journalisten zitieren immer häufiger Weblogs) kann ich nicht sagen. Gekauft wird das Buch - die erste wissenschaftliche Studie zu diesem Thema - in jedem Fall.^^

PS: Bei Amazon noch ausverkauft, aber direkt beim Verlag sollte es wieder Nachschub geben.

 

Buch vs. E-Reader. Part II.

October 23rd, 2008

Auf SPON gibt es ein interessantes Interview zum Thema E-Reader. Umso mehr ich davon lese, desto weniger bin ich vom Erfolg selbigen überzeugt. Nennt mich altmodisch, aber ich lese 8-14h täglich am Rechner - und da freu’ ich mich richtig ‘n ordentliches Buch in der Hand zu haben.

Erst recht, wenn es dann wieder tauf die Frage, ob sich denn die E-version eines Buches monetär lohne - typisch deutsch heißt:

Nein, ich glaube, es wäre ein Fehler, wenn man über den Preis versuchte, das eine oder andere Format durchzusetzen. Bei uns haben alle Produktvarianten den gleichen Preis, weil wir nicht wollen, dass ein Kunde durch den Preis verführt die falsche Entscheidung für sich trifft.

WFT? Ich soll so ein Plastik Ding kaufen bzw. die elektronische Datei und dafür den gleichen Preis zahlen wie für ein schickes gebundenes nach frischem guten Papier riechendes Buch?

Weniger Studenten wegen Studiengebühren?

October 20th, 2008

Im Vergleich zu 2003 gab es im vergangenem Jahr wegen der starken Abiturienten-Jahrgänge bundesweit zwar 17 Prozent mehr junge Menschen mit Hochschulreife, gleichzeitig aber fünf Prozent weniger Studienanfänger. via

Ohne Kommentar …

Ausverkauft!

October 9th, 2008


Tino Seeber - Weblogs, die 5. Gewalt? (vwh Verlag, 2008)

Chaos Basketball.

September 11th, 2008

Oder: Wie bringt man 15 6-8jährigen Kindern Basketball bei?

Ich liebe ja Herausforderungen und erst recht wenn sie mit Kindern zu tun haben. Gestern also das erste mal Basketballkurs mit 6-8 Jährigen. Während die Mädels diszipliniert waren, verhielten sich die Jungs eben wie Jungs. Und was mögen Jungs (in diesem Alter) mehr als raufen und Blödsinn machen?

Den Wettkampf!

Dribblings im Slalom üben auf Jungs (und Mädels) einen unwiderstehlichen Reiz aus, wenn es um Zeit geht. Die wollen dann gar nicht mehr aufhören und Ihre Rundenzeiten verbessern.

Teamarbeit und Zeitdruck war dann beim Passspiel gefragt. 15 Kinder stellen sich gegenüber und passen sich diagonal den Ball zu. Jeder unsaubere Pass und Ballverlust führt zu Zeitverzögerungen. Unglaublich, mit welcher Disziplin und welchen Teamgeist an der Technik und Zeitverbesserung gearbeitet wurde.

35 Sekunden war die Zielmarke - den Ball einmal die reihe zwischen allen Kindern hin und wieder zurück zu passen.

42 sek. im ersten Durchlauf, 38 im Zweiten, 37,5 im Dritten, 37,2 im Vierten, 36,8 im Fünften. Als dann im Sechsten Durchlauf die 35 Sek. Marke fiel war das, als gewinne Deutschland die WM. Das ist das Schöne an Kindern - die freuen sich noch so richtig!

Zum Abschluss gab’s dann das wohlverdiente Spiel.

Sportlehrer S.

Teamwork.

September 9th, 2008

Eine Biene wäscht die Andere.

Oder so.

Fachbuch über Weblogs?

September 1st, 2008

Jetzt auch bei medienhandbuch.de^^

Entzieht rauchenden Müttern das Sorgerecht!

July 30th, 2008

Und zwar sofort und unwiderruflich!

In Berlin fällt mir sehr häufiger auf - anders als z.B. in Madrid - dass Frauen neben Ihren Kindern quarzen - rauchend Harzt IV verqualmen und dabei Kinderwagen schieben. Mir tun dann immer die Kinder leid - die können ja für so eine Mutter nichts. Erst recht nicht, wenn diese nicht passiv, sondern aktiv mitrauchen.

Das Rauchverhalten der Eltern lege Kindern Krebsrisiken regelrecht in die Wiege. via

Sichtlich erschüttert war ich dann auch, als ich letztens an einem rauchfreien S-Bahnsteig eine Schwangere rauchend ihr Ungeborenes töten sah. Ich weiß nicht, was grotesker war: eine rauchende Prekeriatsschwangere oder der Bahnmitarbeiter, der auf dem Nichtrauchergleis mitrauchte.

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft werden 30 bis 40 Prozent aller Mangelgeburten und bis zu 14 Prozent aller Frühgeburten durch Rauchen in der Schwangerschaft verursacht. Nach der Geburt besteht ein 50 prozentiges Risiko, dass das Kind am plötzlichen Kindstod stirbt.

Rauchende Mütter können ihre Kinder in der Schwangerschaft auch psychisch schädigen. Ihre Kinder entwickeln viermal so häufig das Zappelphilipp-Syndrom wie die von nichtrauchenden Frauen. Zu diesem Ergebnis kam eine vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie aus dem Jahre 2004.via

Da verwundert es kaum, dass der Toxikologieprofessor Friedrich Wiebel den Rauchern jegliches Urteilsvermögen abspricht. Eine sachliche Diskussion mit Rauchern hat daher gar keinen Sinn:

Aktuelle Forschungsarbeiten aus der Neurobiologie zeigen, dass Raucher voreingenommen sind, wenn es um Entscheidungen geht, die das Rauchen betreffen.

Dass es zudem eine signifikante Korrelation zwischen Bildungsniveau und dem Rauchen gibt, ist ja hinreichend bekannt. Auch korreliert der Tabakkonsum geschlechterspezifisch.

Beides sehe ich täglich bestätigt.

Der Fulgurator.

July 28th, 2008

Die wohl simpelste wie auch genialste Erfindung der letzten Jahre: Der Fulgurator von Julius von Bismarck.


Foto by Richard Wilhelmer

Wenn heute der 1.4. wär’ - ich tät’s nicht glauben.

StuRa Ilmenau und die Burschenschaften.

July 21st, 2008

Aus dem Protokoll des Studentenrates (StuRa) der TU Ilmenau vom 2.7.2008:

Ein ehemaliges StuRa-Mitglied hat sich gegenüber der Presse zum Thema Burschenschaften in Ilmenau geäußert. Dies führte zu einem Protest seitens des StuRa der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) in Jena, da hier gerade Burschenschaften verstärkt versuchen in den dortigen StuRa zu drängen. Problematisch ist hierbei vor allem, dass einige dieser Burschenschaften dem rechtsradikalen Spektrum sehr nahe stehen. Daher wird der Wahlkampf an der FSU sehr emotional geführt. Wer dazu mehr wissen möchte, kann sich im Akrützel und Spiegel informieren. Deshalb sollten wir Aussagen zum Thema entsprechend differenziert treffen.

Ich war’s nicht!

“Differenziert”? Heißt das jetzt wieder weiter schweigen - dass der StuRa der TU Ilmenau sich von einer Burschenschaft für die Erstsemesterfeier sponsorn lässt? Vor allem, wenn selbst nicht weiß wohin mit dem vielem Geld (laut Protokoll):

Es ist im Moment ziemlich viel Geld auf unserem Girokonto. Unser Termingeld wird in ein paar Tagen fällig, sodass wir den Bestand erhöhen könnten, um auch mehr Zinsen zu bekommen.

Freiheit! Europa!

July 13th, 2008

via patrick

Keine Haftung für offenes W-Lan.

July 9th, 2008

Der 11. Zivilsenat des OLG Frankfurt hebt mit diesem Urteil jenes der Vorinstanz auf.

Denn die uneingeschränkte Haftung des Funknetzbetreibers gehe zu weit, er könne nicht für das Fehlverhalten Dritter verantwortlich gemacht werden. Eine Störerhaftung komme danach nur in Betracht, wenn Prüfungspflichten verletzt worden. Die sei jedoch nur Fall, wenn konkrete Anhaltspunkte für das ungesetzliche Tun Dritter vorlägen, so die Richter vom Oberlandesgericht (Az 11 U 52/07).

Details hier.

StuRa und die Rechten!

July 2nd, 2008

Während an der TU Ilmenau Rechte Burschenschaften munter ihr Unwesen im StuRa und Fachschaftsrat treiben und dabei auch noch von der Uni-Leitung gedeckt werden, sind andere Universitäten politisch gebildeter.

In Jena macht man öffentlich mobil gegen Eintritt der Rechten in das politische Uni-Geschehen, wohingegen an der TU Ilmenau die Burschenschaften noch immer hofiert und der StuRa von selbigen finanziell unterstützt wird.

Ich freue mich über soviel politischen Intellekt und der Aufklärungsarbeit an der Uni Jena und frage mich, wie es in ein und dem selben Bundesland gleichzeitig möglich sein kann, dass Aufklärer über den Rechten Rand an anderen Unis mit Mord und vom Rektor persönlich mit der Exmatrikulation bedroht werden?

In einem einstimmigen Beschluss drückte der SPD-Vorstand am Montag seine Auffassung aus, dass die in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft vereinigten Burschenschaften als rechtsextrem anzusehen seien. (Spiegel)

Dass die jungen Herren, die ihre Zeit bevorzugt mit Trinkspielchen verbringen, eher konservativ angehaucht sind, ist bekannt. Der Experte aus Wiesbaden aber versuchte nachzuweisen, dass die Burschenschaften »Brutstätten einer rechten Elite« sind.

(…)

Hier würden völkische Ideen und eine Blutsideologie gepflegt, Termini und Gedankengänge in den offiziellen Veröffentlichungen seien der extremen Rechten entlehnt. So verwundert es nicht, dass einzelne Burschen und ihre Organisationen nach Heithers Recherchen Verbindungen in die einschlägige Szene pflegen. Die »Erziehung« in den Burschenschaften fördere eine spezifische politische Ausrichtung, die mit einem völkischen Brauchtum und antiquiertem Männlichkeitswahn gekoppelt sei. (Freitag 30)

Will AT&T sell the iPhone 3G without contract?

July 1st, 2008

As CNN Money reports today, AT&T is willing to sell Apple’s new iPhone 3G without contract:

The contract-free versions will cost $599 and $699 and will be sold sometime “in the future,” AT&T said. (…) But both contract and contract-free phones will be “locked” to work only on AT&T’s network, and the monthly service plans available will be the same, said AT&T spokesman Michael Coe.

Meanwile shares of Apple lead tech rally on Nasdaq today and gained +7.24 USD or +4.3%.

Medienkritik II.

June 27th, 2008

Auch das BGH hat sich mal wieder einer Grundsatzentscheidung angenommen - welche das Sendekonzept der Comedyshow “TV Total” arg zu Schaffen machen dürfte, wie Heise jetzt berichtet. Raabs Sendung verwendete am 4. September 2001 ein Sequenz des Hessischen Rundfunks. Was eigentlich der Grundpfeiler dieser Comedy-Sendung ist - nämlich “peinliche Auftritte aus anderen Programmen zu sammeln und mit meist wenig mehr als einer Standardansage (…) abzuspielen” dürfte nun um einiges schwieriger werden.

Während Kalkofes Medienkritik mit Versatzstücken fremder Sender ein “selbstständiges Werk” im Sinne des Urheberrechts darstellt, fehlt es Raab vor allem an Kritik-, Parodie- oder Karikaturaufwand.

Er (Kalkhofe) analysiert die von ihm verwendeten Clips meist mit einer Detailfreude, wie sie sonst nur in Sendungen wie “1000 Meisterwerke aus den großen Museen der Kunst” zu finden ist – zudem nutzt er sie meist auch noch dazu, Szenen verkleidet nach- oder weiterzuspielen.

Auch das Argument der Verteidigung, den HR-Auszug als “aktuelles Tagesereignis” einzustufen und dessen Verwendung als “Berichterstattung” lehnte der Bundesgerichtshof ab.

Danke Nico für den Hinweis.

Medienkritik vom Feinsten.

June 26th, 2008

Kalkofes Mattscheibe ist wieder da. Folge eins, zwei und drei.

via