Burschenschaften und die TU Ilmenau.

November 22nd, 2006

Für alle, die’s immer noch nicht kapiert haben, heute nochmal eine Zusammenfassung über die Burschenschaften im universitärem Umfeld und wie sie die TU Ilmenau (hier sind sie blau-gelb), insbesondere der dortige unfähige Studentenrat hofiert.

Dummheit verbindet. Nach wie vor. Nicht nur die SPD hat mittlerweile erkannt, dass Burschenschaften rechtes Gedankengut pflegen und will daher Mitglieder aus diesen Reihen - sprich aus jeglicher Burschenschaft - nicht mehr in ihre Partei aufnehmen: “Rückwärtsgewandt und stramm rechts präsentiert sich die Burschenschaftliche Gemeinschaft, die organisatorisch eng verflochten ist mit der Deutschen Burschenschaft (DB) und ein Sammelbecken der besonders nationalistischen Verbindungen bildet”, schreiben die Jusos und die SPD hält fest: “In einem einstimmigen Beschluss drückte der SPD-Vorstand am Montag seine Auffassung aus, dass die in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft vereinigten Burschenschaften als rechtsextrem anzusehen seien”.

Auch Die Grünen haben zu Burschenschaften schon eindeutig Stellung bezogen.

Noch Fragen?

Dass der Verfassungschutz Burschenschaften seit Jahren beobachtet, sollte eigentlich mittlerweile jedem aufgeklärten Studenten bewusst sein.

Eigentlich.

Nur eben bei der Ilmenauer Studentenvertretung - dem Studentenrat - scheint man’s noch nicht kapiert zu haben. Oder will man es nicht kapieren? Es hat fast den Anschein.

Weder die Worte des Juso-Bundesvorsitzenden Björn Böhning und Sascha Vogt vom Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen, welche Burschenschaften “rechtsextremen Kampfverband”, der sich durch eine “völkische, biologistische und großdeutsche Sichtweise” auszeichne, noch mehrere mahnende Worte dieses Weblogs konnten die Ilmenauer Studentenvertreter bisher überzeugen.

Nicht nur, dass man sich eindeutig vom Rechten Rand distanziert - nein, man schweigt in Ilmenau. Osten eben. Könnte man denken.

Hier darf es eben nicht nur ungestraft eine Böhze Onkelz Party in einem vom Studentenrat finanzierten Studentenclub geben - hier dürfen bekennende Burschenschaftler nicht nur ein offizielles Amt als Studentenvertreter begleiten - nein, hier dürfen Burschenschaftler direkt und ungeniert die Erstsemester infiltrieren.

Auf www.erstiwoche.de wirbt der Studentenrat samt offiziellem Logo der TU Ilmenau mit dem Sponsor der Burschanschaft Balta Gothia:

Dass der Verantwortliche für Werbung und Sponsoring selbst ein Fuchs ist, wundert da kaum noch. Noch weniger, dass es dem unfähigen Studentenvertreten der TU Ilmenau anscheinend egal ist, wen sie da für sich und ihre ErstiWoche werben lassen - und in welchem Licht sie dadurch stehen.

Und erst rechts die TU Ilmenau.

Ich bin gespannt, wie die Öffentlichkeitsabteilung der TU Ilmenau darauf reagieren wird …

Mehr zum brauen Sumpf:
im blickfeld
sixpence
Flimmern
Ostsee-Zeitung
bildblog

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11 Responses to “Burschenschaften und die TU Ilmenau.”

  1. Paul on November 23, 2006 0:04

    Naja was zu Zeit in der Politik läuft, deutet ja wieder mal auf breite Inkompetenz hin. Die Killerspiel-Debatte ist wiedereinmal das aktuelle Thema, weil so ein Vollhonk zuviel Counterstrike gespielt hat und deshalb ein Rachefeldzug vom Zaun brechen muss. Deshalb kann ich die Politiker in keinster Weise mehr ernst nehmen, weil nur Lug und Trug dieses Metjeeeeee beherrscht. Ich war übrigens letztens im Regionalfernsehen, bin ich jetzt berühmt. Bei uns in der PC Games Redaktion war das Franken TV Fernsehteam und hat aus aktuellem Anlass eine Reportage gestartet. Das Problem mit den Nazis lässt sich nur indirekt lösen, über die Sozialen Missstände. Und das Problem mit den Terroristen löst sich nicht, indem man die Terroristen anprangert, sondern indem man eine Mega Nuke auf den Mittleren Osten wirft und noch vorsorglich eine über US und A und über die Sowjet Union und auf die restlichen Krisengebiete, dann dürfte alles im braunen Bereich sein.

  2. Paul on November 23, 2006 0:15

    …hab ganz vergessen beim Thema zu bleiben. Zum Burschenschaftsproblem kann ich sehr wenig aus eigener Erfahrung schöpfen. Ich finde den Haufen fadenscheinig, ohne Zweifel, aber der Bande in Ilmenau ist schwerlich ein Vergehen nachzuweisen. Das der Studentenrat in Ilmenau ein relativ wilder Haufen ist, wurde dank NYBlog etwas bekannter.

  3. bar ;) on November 23, 2006 14:47

    Auch wenn ich Herr S. nur beipflichten kann, sind Aussagen wie “Dass der Verantwortliche für Werbung und Sponsoring selbst ein brauner Fuchs ist, wundert da kaum noch.” ohne konkrete Beweise mit Vorsicht zu genießen.

    Ach, und Burschenschaften sind definitiv kein ostdeutschen Phänomen. Das kann man “uns” nun wirklich nicht anhängen.

  4. Sara on November 23, 2006 23:30

    Gut, dass es endlich mal jemand ausspricht! Unglaublich, dass so etwas an unseren Unis noch geduldet wird - und das Sponsoring der Erstiwoche ist ja der Gipfel!

  5. krelli@gmx.net on November 24, 2006 10:35

    Es sollte sich ohne konkrete Tatsachen niemanden von einer Meinung irgendeines Bundesvorsitzenden irgend einer Partei oder Verbindung beeinflussen lassen. Der Demokrat wägt selber anhand der Fakten ab. Und das tust du anscheinend nicht. An welcher Stelle sind denn die Burschenschaften im Allgemeinen, bzw. die in Ilmenau rechtsextremistisch? Ist jemand rechtsextremistisch, weil er, vielleicht als Vertriebener, auf das Völkerrecht pocht? Oder weil er eine Volksabstimmung für irgendwas fordert? Vielleicht solltest du dich bspw. mal mit einigen Vertriebenen unterhalten, anstatt sie und deren Sympathisanten, nur weil irgendwer diese Meinung vertritt, einfach abzustempeln. Geh doch mal in die Burschenschaft und lass dir erklären, an was sie dabei wirklich denken, was die Ziele und vor allem die Beweggründe sind. Natürlich sind auch die Mittel mit denen man in einem demokratischen Staat etwas erreichen will wichtig. Meiner Meinung nach sollten das Diskussionen, Debatten Demos, Abstimmungen und Wahlen sein.
    Das Selbe gilt für diesen Volkstumsgedanken über irgendwelche Grenzen hinweg. Ich kann in diesem kurzen Wortfetzen nichts Negatives erkennen oder könnte alle Kriege dieser Welt hinein interpretieren. Wenn jemand zu den Deutschen in Russland oder etwa Südamerika Verbindungen unterhalten will, dann soll er das tun…
    Wenn es sonst nichts mehr vorzuwerfen gibt, als das irgendwer behauptet, die seien rechtsextremistisch dann ist das hier ziemlich lächerlich. Leider fährt das „Volk“ auf so was ab und andere Meinungen finden leider nicht den selben, ihnen eigentlich zustehenden, Platz, in einer zu 95% kapitalistisch ausgerichteten Medienwelt.
    Dir sollte außerdem bewusst sein, dass fast jede abweichende Meinung und Partei vom deutschen Geheimdienst überwacht und ausspioniert, ja sogar manipuliert wird. Also abweichend von den global-kapitalistischen Linien der CDU-SPD-FDP-Grüne-Partei. Die meiner Meinung nach heute die Große Kapitalistische Einheitspartei ist und zu über 90% dieses Land doch ziemlich stark, vielleicht an eine Diktatur grenzend, dominiert. Seit 40 Jahren kennen sie keine anderen Lösungsvorschläge, auf unsere dringendsten Probleme, als Sozialabbau und Steuergeschenke an die Wirtschaft.
    Ein handfester Beweis für medienwirksame Manipulation einer Partei, durch die Herrschenden, ist beispielsweise das letzte NPD-Verbots-Verfahren. Beschäftige dich mal damit, vielleicht verschafft du dir damit mal einen Einblick, wie hierzulande Demokratie verstanden wird. Es gibt die politische Zensur auch in der Literatur. Es gibt beispielsweise verbotene, politische Bücher in unserer achsotollen Demokratie, in der Meinungsfreiheit und freie Meinungsbildung herrschen sollte? Darf ich mir nicht selbst eine Meinung bilden? Muss das eine Jusoführer oder CDU- und SPD-Beamter für mich tun?
    Ich selbst bin PDS Wähler und auch auf der linken Seite wird man etwa staatlich überwacht, manipuliert, schlechtgemacht. Das ist ein Fakt. Auch wir haben mit irgendwelchen Mitläufern der kapitalistischen Meinung zu kämpfen, die unfähig sind sich selbst eine fundierte Meinung zu bilden oder einfach scheiß Demokraten sind und am liebsten alle anderen Meinungen, sei es in Form von Parteien oder Medien verbieten würden, anstatt sich mit ihnen fair auseinander zu setzen.
    Stört es dich eigentlich nicht, dass in einer Nationalmannschaft nur Angehörige einer Nation sein dürfen? Sind jetzt alle Fußballfans Rechtsextremisten.
    Sollte es dich nicht unendlich mehr stören, dass wir Deutschen, auch die Ilmenauer CDU-SPD-FDP-Grüne-Wähler, seit Jahren wieder Völker- und Menschenrechtswidrige Angriffskriege oder überhaupt wieder Kriege führen oder tatkräftig unterstützen? Sei es militärisch, politisch, logistisch oder geheimdienstlich. Sei es für Freiheit, Macht, Demokratie, Geld, Menschenrechte oder Öl. Es gab da mal einen Spruch: Am deutschen Wesen (heute ja bekanntlich achso demokratisch und frei) soll die Welt genesen. Das trifft doch wohl auf die angeblichen, gegenwärtigen „Ich-lach-mich-tot-Friedensmissionen“ im Afghanistan oder etwa dem Irak, Kosovo etc. mehr zu als auf irgendwelche Burschenschaften.

  6. Hagbard on November 25, 2006 2:09

    Ich bin ja eigentlich vorsichtig damit die “Ausschwitz-Keule” rauszuholen…
    Dennoch sind die Burschenschaften insgesamt rückwärtsgewand und heben sich nicht unbedingt dadurch hervor große Demokraten sind. Mag sein das das nicht auf alle zutrifft, aber dennoch hätte ich den STURA ein bischen mehr politische Sensibiltät, gerade nach den falschen Anschuldigungen gegen eines seiner Mitglied, zugetraut. Ich glaube mit diesen Sponsoring haben sie sich keinen großen Gefallen.
    Gab es nicht mal ein Urteil das STURÄTE/ASTA’s sich nur zu hochschulpolitischen Themen äusssern sonst aber der staatlichen Neutrlität verpflichtet sind? Allein aus diesen Grund heraus halte ich ein solches Sponsoring für kritisch.

    Nächstes Jahr macht dann noch der RCDS Werbung für die x’te Fassung des neuen Thüringer Hochschulgesetz auf der Erstieseite…

  7. Insider on November 27, 2006 17:08

    Dieser Artikel ist dreckige linke Propaganda, nichts anderes.
    Die Aussage “alle Buschenschaften sind rechts” im Sinne von rechtsextrem bzw. Nazis ist eine Frechheit, eine dumpfe Diffamierung Andersdenkender.
    Manche Linke sind doch rechter als sie denken….

    P.S: Wie wäre es, alle ASten/Sturäte pauschal zu linken Kriminellen zu erklären? Stichwort: Schwerer Betrug, Veruntreuung von Mitteln, antidemokratische Ausrichtung, Wahlbetrug. Stimmt, das wäre genauso abwegig: Ein wahrer Kern, aber im Ganzen einfach nur abwegig.

  8. StuRa und die Rechten! | NYblog on July 2, 2008 9:54

    [...] macht man öffentlich mobil gegen Eintritt der Rechten in das politische Uni-Geschehen, wohingegen an der TU Ilmenau die Burschenschaften noch immer hofiert und der StuRa von selbigen finanziell unterstützt [...]

  9. Sebastian Reiche: Nazi studiert an der TU Ilmenau. at NYblog on September 30, 2008 2:01

    [...] der Studentenrat, der sich von der Burschenschaft Baltia Gotia sponsorn lässt, und der Ex-Rektor, der Ehrenmitglied selbiger Burschenschaft ist, die Wahl hatten - liegt hier der [...]

  10. Vanity Care » Blog Archiv » Unirektor droht Blogger mit Exmatrikulation on October 12, 2008 17:36

    [...] dass Burschenschaftsmitglieder in Gremien der studentischen Selbstverwaltung sitzen, dass sich die Baltia-Gothia als Sponsor bei einer Einführungswoche für Studienanfänger engagieren durfte und dass ein Studentenvertreter durch “Sieg Hei”“-Rufe bei einer [...]

  11. i car on January 6, 2009 4:29

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