Budapest Marathon - Report 2/3: The Weather.
lies zuerst Teil 1: The Arrival.
Der wichtigste Schlaf vor einem Marathon ist jener in der zweiten Nacht davor. Kaum verwunderlich, dass ich nach all dem in selbiger so gut wie nicht geschlafen habe. Auf ganze 2h im Morgengrauen bin ich gekommen.
Am nächsten Tag waren die Beine schwer - Krämpfe in den Waden und Oberschenkeln wechselten sich ab. Stress, zu viel unterwegs. Worst Case. Allein, dass es meinem Vater ähnlich ging, konnte mich ein wenig trösten.

Kalt, windig, nass - was will man mehr?
Aber es sollte noch schlimmer kommen. 24h vor dem Marathonstart war es kalt und regnerisch in Budapest. Und windig! Noch dazu wurde das Zentrum weitläufig abgesperrt.
Und wenn ich weitläufig schreibe, dann meine ich das auch so. Die Metro, welche uns zu dem Heldenplatz bringen sollte, wurde geschlossen, ganze Straßenzüge abgesperrt, tausende schwerbewaffnete Polizisten positioniert:

Herr S. läuft in Budapest - doch soviel Aufwand wäre doch nicht nötig gewesen …

Starship Troopers (oder wie die heißen) sind Kinderspielzeug dagegen.

Kein Durchkommen.

Alle Parallel- und Seitenstraßen: dicht.
Und das alles weil ich meinen 3. Marathon laufe? Dabei bin ich doch extra inkognito angereist …
Ein Gespräch mit dem Verantwortlichen, dass dies alles doch nicht nötig gewesen wäre und ich nicht auf soviel Sicherheit bestünde, wurde verwunderlich und sehr rabiat beendet:

Böse Blicke und hektische Telefonate: Irgendwie wurde ich wohl missverstanden …
So langsam dämmerte mir, dass der Grund für das ganze Aufgebot nicht in der Anwesenheit meiner Person begründet liegen sollte …

Und das alles also nur wegen den paar Hanseln?

Logo der Demonstration.
Vielmehr demonstrierten Kommunisten, Homosexuellenverbände und Juden gegen die zunehmend rechte Gewalt in Ungarn. Und das war wohl so heikel, dass man halb Budapest absperrte. So viele gefährdete Minderheiten auf einem Haufen. Sicher ist sicher.
Und das war womöglich auch gut so - denn unter den Marathoni, die einen Tag vor ihrem Marathon deretwegen durch halb Budapest laufen mussten, hätten jene Minderheiten wohl wenig Zuspruch gefunden …
Von der Demonstration selber bekam man daher nur sehr wenig mit, denn alle Seiten- und Parallelstraßen zum Demonstrationszug waren abgeriegelt. Was auch für uns bedeutete, dass wir ohne Metro, die ja geschlossen war, über Umwege zu Fuß (wer hätte das gedacht!?) zum Race Center im Nord-Osten Budapests finden mussten. Dass es dabei kalt, nass und insgesamt ungemütlich war, sollte dann noch das i-Tüpfelchen sein. Und ich dachte, schlimmer könne es nicht mehr kommen …

Endlich im Race Center angekommen: Unterschrift und Startnummer.

Trostlos nasskalt: Und hier soll ich also morgen loslaufen?
Obligatorisch und deshalb eigentlich kaum erwähnenswert, dass auch der Rückweg ins Zentrum ohne Metro, per Umwege (wegen den Absperrungen) und freilich zu Fuß von statten gehen musste. Eigentlich hatten wir an jenem Tage, keine 12h vor dem Start schon unseren Marathon hinter uns. Durchgefroren, erschöpft und mit schweren Beinen betete ich, den Marathon einfach nur noch durchzuhalten. Meine Zielzeit von 4h schien nunmehr unerreichbar.
Die Schmerzen in den Beinen nahmen zu und ich hätte keinen Cent auf mich gewettet, den Marathon zu bestehen. 1 Jahr Training, 1500 km in den Beinen. Wofür? Alles, um es zwei Tage vor dem entscheidenden Lauf durch so viel Mist und miserablen Umständen zu zerstören? Panik.

Rückweg: Immer schön am Zaun entlang. Zu Fuß. 12h vorm Start.
Erschöpfte Beine, Krämpfe, die Vorraussage, dass der folgende Tag bei viel Wind nicht wesentlich wärmer werden sollte und die unausgeruhte Gesamtverfassung, welche in Panik zu münden schien, ließen mich auch die letzte Nacht kaum schlafen. Zweckoptimismus machte sich breit - schlimmer könne es ja nicht mehr kommen.
Worst as worst can be.
to be continued … morgen Teil 3: The Race.
Filed under Marathon, Meta, Unterwegs mit Herrn S. |5 Responses to “Budapest Marathon - Report 2/3: The Weather.”
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d: Budapest Marathon - Report 2/3: The Weather.: Der wichtigste Schlaf vor einem Marathon ist jener in .. http://tinyurl.com/4xkc3u
[...] dahin, könnt Ihr ja noch mal Teil 1 und 2 lesen ^^ Share and [...]
[...] Uhr. Der Wecker klingelt. Zwei vielleicht drei Stunden Schlaf. Wie die Tage davor. Egal, das Adrenalin in den Adern lässt mich ab 6:19 Uhr hellwach sein. Das Wetter? Wird sonnig, [...]
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